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Oleg Tinkow übernahm 2014 das Team Saxo von Bjarne Riis
Oleg Tinkow übernahm 2014 das Team Saxo von Bjarne Riis © Getty Images

Der Besitzer des Teams Tinkoff-Saxo zieht sich aus dem Profiradsport zurück. Der Russe beklagt eine fehlende Reformbereitschaft und die Abhängigkeit von den Sponsoren.

Der russische Milliardär Oleg Tinkow zieht sich nach dem Ende der kommenden Saison aus dem Profiradsport zurück. Das kündigte der Chef und Besitzer des World-Tour-Teams Tinkoff-Saxo um Weltmeister Peter Sagan (Slowakei) in einem Interview mit cyclingnews.com an.

Neben marketingstrategischen Aspekten führte der 47-Jährige auch die angebliche fehlende Reformbereitschaft und Nachhaltigkeit im Radsport als Gründe für seine Entscheidung an. Auch die große Abhängigkeit von Sponsoren stört Tinkow.

"Im Januar 2017 bin ich weg. Ich steige in meinen Jet, fliege nach Hause, konzentriere mich auf das Geschäft und genieße das Leben", sagte Tinkow und fügte spitzzüngig an: "Jeder, der im Radsport verbleibt, wird in der Scheiße sitzen." Den Weltverband UCI bezeichnete Tinow als "dumm".

Die Verträge der meisten Fahrer des Teams Tinkoff-Saxo sind bis einschließlich der Saison 2016 datiert, die einzigen Ausnahmen sind Sagan und der polnische Tour-Etappensieger und Vuelta-Dritte Rafal Majka (beide 2017).

Tinkow hatte dem früheren Toursieger Bjarne Riis das Radsport-Team Saxo, den Rennstall um den zweimaligen Toursieger Alberto Contador (Spanien), zur Saison 2014 abgekauft. Seit 2012 hatte der Bank- und Restaurantbesitzer Tinkow über die Tinkoff-Bank bereits als Co-Sponsor fungiert.

Riis arbeitete noch bis März dieses Jahres als Manager, ehe die Trennung erfolgte. Einen Wiederverkauf seines Teams an den dänischen Dopingsünder Riis, der offenbar die Rückkehr in den Radsport-Zirkus anpeilt, hält Tinkow für möglich. "Es ist mir egal, wer das Team kauft. Es kann Bjarne Riis sein, wenn er es zurückwill", sagte Tinkow.

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