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Doping (Symbolbild)
Die Mehrheit der Radprofis geht vom Dopingmissbrauch ihrer Kollegen aus © Getty Images

Ein Großteil der deutschen Radprofis geht einer Studie zufolge von Dopingmissbrauch bei den Rivalen aus. Den eigenen Teamkollegen dagegen vertrauen sie.

Unter den deutschen Radprofis herrscht in der Dopingfrage offenbar weiterhin großes Misstrauen gegenüber Konkurrenten.

Bei einer anonymen Befragung der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, an der sich 45 Fahrer beteiligten, antworteten 75 bis 90 Prozent, dass sie von einem Dopingmissbrauch bei gegnerischen Fahrern ausgehen.

Die Erhebung wurde im Laufe des Jahres 2015 durchgeführt.

Kaum einer der befragten deutschen Radprofis gab an, selbst zu dopen oder schon einmal verbotene Substanzen zu sich genommen zu haben. Auch das Vertrauen in die eigenen Teamkollegen ist demnach groß.

"Das, was man so mitbekommt"

"Das Ergebnis halte ich für realistisch. Das ist auch das, was man so mitbekommt, wenn man Gespräche mit den Rennfahrern führt", sagte Jörg Werner, Manager der deutschen Top-Fahrer Tony Martin, Marcel Kittel und John Degenkolb, im Gespräch mit der ARD-Recherche-Redaktion Sport.

Die Meinung über die Nationale Anti Doping Agentur NADA ist indes negativ.

Sie sei nicht in der Lage, das Dopingproblem zu lösen, weil nicht alle Substanzen nachweisbar seien und zu wenig Geld für lückenlose Kontrollen zur Verfügung stehe.

Anti-Doping-Gesetz als Hoffnungsschimmer

"Dass man es uns so vielleicht nicht zutraut, daran müssen wir weiterarbeiten, dass wir das auch noch vermitteln", sagte NADA-Vorstandsmitglied Lars Mortsiefer.

Große Hoffnungen setzen die Radprofis in das Anti-Doping-Gesetz, das in Deutschland seit Anfang des Jahres gilt.

Von den Anti-Doping-Maßnahmen, die für die Fahrer am effektivsten sind, kommt das neue Gesetz an zweiter Stelle. Lediglich die Verbesserung der Nachweismethoden von Dopingsubstanzen halten sie für noch wichtiger.

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