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Danilo Di Luca gewann 2007 den Giro d'Italia
Danilo Di Luca gewann 2007 den Giro d'Italia © Getty Images

Danilo Di Luca nennt neue erschreckende Details zum Doping im Radsport. Die Fahrer seien "keine Helden, sondern vollkommen Verrückte". Di Luca bereut aber nichts.

Der für seine Dopingvergehen lebenslang gesperrte Italiener Danilo Di Luca hält den Profi-Radsport für verlogen.

"Zu lügen wird so natürlich wie atmen. Die Wahrheit ist, dass jeder Dopingmittel einnimmt und jeder das wieder tun würde", schreibt der Giro-Sieger von 2007 in seinem am kommenden Dienstag erscheinenden Buch "Bestie da vittoria" ("Siegesbestien"), aus dem die Gazzetta dello Sport am Sonntag Auszüge veröffentlichte.

Sportdirektoren, die behaupteten, nichts von Doping zu wissen, seien Lügner. "Das Umfeld zwingt einen Radprofi zwar nicht, verbotene Substanzen einzunehmen, doch es drängt einen in diese Richtung. Ein erfolgreicher Profi generiert einen Umsatz, von dem viele Menschen leben", so Di Luca.

Der 40-Jährige gewährte Einblicke in seine eigenen Dopingpraktiken. So habe er 1997, in seinem dritten Jahr als Amateur, mit der Einnahme verbotener Substanzen begonnen. Systematisch habe er dann vier Jahre später als Profi Epo verwendet.

"Ich habe 500 Epo-Einheiten eingenommen. Vor 15 Jahren nahmen einige Radprofis sogar 4000 Epo-Einheiten pro Tag. Das ist Wahnsinn", kommentierte Di Luca: "Wir werden wie Tiere, wie Bestien. Wir sind keine Helden, sondern vollkommen Verrückte. Für einen Radsportler ist das Wichtigste der Sieg, man denkt nie daran, dass man erwischt oder krank werden könnte."

Bei Sprintern sei "Nitroglyzerin in Tabletten" eine bevorzugte Substanz gewesen, "um auf den letzten drei Kilometern superschnelle Sprints zu generieren."

Di Luca hatte zuletzt bereits betont, trotz seiner Doping-Betrügereien ohne schlechtes Gewissen auf seine Karriere zurückzublicken: "Ich habe gelogen, ich habe betrogen. Ich habe gemacht, was zu tun war, um Erster zu werden. Hätte ich nicht gedopt, hätte ich niemals gewonnen. Ich bereue nichts."

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