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John Degenkolb steht bei verschiedenen Rad-Teams hoch im Kurs
John Degenkolb vertraut den Kontrollmechanismen des Weltverbandes UCi © Getty Images

Der deutsche Sprinter John Degenkolb hat in der Debatte um Motordoping im Profi-Radsport großes Vertrauen in die Kontrollmechanismen des Weltverbandes UCI.

"Ich glaube, dass sie alles tun, was in ihren Möglichkeiten liegt, um ein gutes Kontrollsystem zu schaffen", sagte Degenkolb am Rande der Kalifornien-Rundfahrt.

Er selbst sei bereits mehrfach überprüft worden, unter anderem bei seinen Siegen bei den Frühjahrsklassikern Mailand-Sanremo und Paris-Roubaix im Vorjahr.

"Da bin ich über die Ziellinie gefahren, und es kam sofort einer mit einem Kabelbinder und hat mein Rad quasi beschlagnahmt, ist zum Mechaniker und dann haben sie das Tretlager ausgebaut und geschaut, ob da irgendwas versteckt war", erklärte der 27-Jährige: "Von daher bin ich, was das angeht, schon zuversichtlich, dass da etwas gemacht wird."

Betrug mit technischen Hilfsmitteln hält der Sprinter vom Team Giant-Alpecin aber nicht für ausgeschlossen.

"Wir leben leider in einer Gesellschaft, die überall versucht, hier und da abzukürzen, zu schnell zu fahren oder weniger zu zahlen. Nach wie vor ist es ja so, dass Sport im Allgemeinen nicht sauber ist, was normales Doping angeht. Von daher ist es durchaus denkbar, dass es auch auf die andere Art und Weise probiert wird", sagte er.

Der Radsport-Weltverband setzt bei der Aufklärung von Motordoping auf Magnetresonanz-Untersuchungen per Tablet und führt dazu Tausende Kontrollen im Jahr durch. Überführt wurde damit im Januar die belgische Cross-Fahrerin Femke Van den Driessche bei den Radcross-Weltmeisterschaften, die 19-Jährige wurde für sechs Jahre gesperrt.

Zuletzt hatten Medienberichte über den Einsatz illegaler technischer Hilfsmittel bei zwei Rennen in Italien für Kontroversen gesorgt, der italienische Verband hat inzwischen eine Untersuchung eingeleitet.

Mit Hilfe von Wärmebildkameras waren bei Recherchen der italienischen Zeitung Corriere della Sera und des französischen TV-Senders Stade 2 auffällige Temperaturwerte an sieben Rädern festgestellt worden.

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