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Rabobank's Dutch rider Thomas Dekker tak
Thomas Dekker bei einem Radrennen im Jahr 2008 © Getty Images

Erschütternde Beichte eines Ex-Radprofis: Thomas Dekker berichtet in seinem Enthüllungsbuch "Thomas Dekker - mein Gefecht" von Doping und Prostitution.

Der frühere niederländische Radprofi Thomas Dekker hat in einer Biografie weitere brisante Details über die Geschehnisse beim skandalumwitterten Team Rabobank publik gemacht.

In dem Buch "Thomas Dekker - mein Gefecht" schreibt der 32-Jährige über Doping mit Epo oder mittels Bluttransfusionen sowie den durch medizinische Ausnahmegenehmigungen (TUE) gedeckten, massenhaften Missbrauch von Kortison.

"Doping war überall. In unserem Team und in anderen. Kortison, Blutbeutel, Schlaftabletten - wenn du von Absurdität umgeben bist, glaubst du, dass das normal ist", sagte Dekker und fügte mit Blick auf die Einnahme von Kortison an: "Wir haben jeden Tag Kortison genommen. Ich weiß gar nicht wofür oder wogegen. Aber du konntest in Rennen höhere Belastungen aushalten. Wir hatten Ausnahmegenehmigungen dafür, berichtet Dekker.

Um diese Ausnahmegenehmigungen, sogenannte TUEs, ging es auch bei den jüngsten Dopingvorwürfen gegen Bradley Wiggins, der Enthüllungen zufolge wegen Asthmas das auf der Dopingliste stehende Mittel Triamcinolon jeweils vor seinen Tourstarts 2011 und 2012 sowie dem Giro 2013 verabreicht bekommen haben soll. Durch die Ausstellung einer TUE war dies dann kein Dopingvergehen.

Düsteres Bild des Radsports

Mit weiteren Beispielen zeichnete Dekker ein düsteres Bild des Radsports, der erst im Jahr zuvor vom Fuentes-Skandal in seinen Grundfesten erschüttert worden war.

Vor dem Start der Tour de France 2007 seien den Fahrern etwa jeden Morgen gegen 6.00 Uhr Injektionen mit Wasser angeboten worden, um vor Kontrollen den Hämatokritwert im Blut zu senken.

Vor der skandalumwitterten Frankreich-Rundfahrt im gleichen Jahr, bei der Dekkers dänischer Teamkollege Michael Rasmussen als Träger des Gelben Trikots aus dem Rennen genommen wurde, bestellten sich Dekker und Zimmernachbar Michael Boogerd Prostituierte in ihr Hotel. Dekker war 2009 wegen Epo-Dopings für zwei Jahre gesperrt worden.

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