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CYCLING-FRA-TDF2017
Christopher Froome steht vor seinem vierten Tour-Sieg © Getty Images

Christopher Froome fährt beim Einzelzeitfahren der 20. Etappe eine starke Zeit, der vierte Sieg bei der Tour de France ist ihm praktisch nicht mehr zu nehmen.

Christopher Froome kann den Champagner kalt stellen.

Der britische Radprofi hat die letzte große Herausforderung der 104. Tour de France im Stile eines Champions gemeistert und steht kurz vor seinem vierten Gesamtsieg.

Nur noch Ziel erreichen

Der Titelverteidiger vom Team Sky baute seinen knappen Vorsprung in der Gesamtwertung im 22,5 km langen Einzelzeitfahren der 20. und vorletzten Etappe in Marseille aus und muss am Sonntag nur noch das Ziel in Paris erreichen - Angriffe auf das Gelbe Trikot wird es wie immer bei der "Tour d'Honneur" nicht geben.

"Es ist unglaublich, das Ambiente hier in Marseille war enorm", sagte Froome freudestrahlend.

Der deutsche Weltmeister Tony Martin ging wie beim Auftaktzeitfahren in Düsseldorf vor drei Wochen leer aus. Der 32-Jährige vom Team Katjuscha-Alpecin belegte mit 14 Sekunden Rückstand auf Tagessieger Maciej Bodnar vom deutschen Team Bora-hansgrohe den vierten Platz.

Froome (+ 0:06 Minuten), der seine vierte Tour ohne einen einzigen Etappensieg gewinnen wird, wurde Dritter.

Pfiffe gegen Froome

In der Arena von Olympique Marseille brach ein gellendes Pfeifkonzert aus, als der Brite um 17.04 Uhr als letzter von 167 Fahrern von der Rampe rollte. In den Pfiffen lag vor allem die Hoffnung auf eine Sensation von Lokalmatador Romain Bardet.

28:21 Minuten später war sein neuerlicher Tour-Triumph mit der Zieldurchfahrt in der nicht komplett gefüllten Arena besiegelt. Bei der Siegerehrung gab es dann Beifall für den Tour-Champion.

Im "Maillot jaune" schlug Froome vom Start weg ein hohes Tempo an, schon bei der ersten Zwischenzeit nach zehn Kilometern lag er deutlich vor seinen schärfsten Rivalen Romain Bardet (Frankreich/AG2R) und Rigoberto Uran (Kolumbien/Cannondale-Drapac).

An der Schlüsselstelle vergrößerte Froome das Polster: Anders als Bardet, der sichtbar zu kämpfen hatte, fuhr Froome mit einem gleichmäßigen Rhythmus den im Schnitt 9,5 Prozent steilen und 1,2 km langen Anstieg zur Wallfahrtskirche Notre-Dame de la Garde hinauf.

Der anschließende Weg zum Ziel wurde für Froome zur Triumphfahrt, in der er den vor ihm gestarteten Bardet fast noch überholte.

Bardet am Boden

Der Franzose war am Samstag der großer Verlierer. Der Hoffnungsträger der Grande Nation verlor seinen zweiten Platz in der Gesamtwertung an Uran und beinahe auch den dritten Podestplatz. Sein Vorsprung auf Froome-Helfer Mikel Landa (Spanien) schrumpfte auf eine Sekunde.

Als Froome, erneut begleitet von Pfiffen, über den Zielstrich rollte, war das Rennen für Martin bereits seit rund zwei Stunden beendet. Wie schon beim Auftaktzeitfahren hatte es für den viermaligen Weltmeister in seiner Spezialdisziplin nicht zum Sieg gereicht.

"Tagesform entscheidend"

Seine Enttäuschung hielt sich dennoch in Grenzen. "Ich hatte ein wirklich gutes Gefühl und auch noch Kraft im Finale. Nach drei Wochen ist aber auch die Tagesform entscheidend. Ich muss akzeptieren, dass Bodnar schneller war", sagte Martin.

Auf den flachen Streckenabschnitten zeigte er im Regenbogentrikot seine Klasse, den Zeitverlust handelte er sich im steilen Anstieg ein.

Das gute deutsche Abschneiden rundeten die drei Tour-Debütanten Jasha Sütterlin (Movistar), Nils Politt (Katjuscha-Alpecin) und Nikias Arndt (Sunweb), die unter den besten 13 landeten.

Prestigesieg für Sprinter

Am Sonntag endet die 104. Frankreich-Rundfahrt. Froome darf die Triumphfahrt nach Paris genießen und traditionell mit einem Glas Schampus anstoßen.

Für die Sprinter geht es auf dem 103 km langen Teilstück von Montgeron zum Prachtboulevard Champs-Élysées aber nochmals um alles, das Ziel ist der prestigeträchtige Etappensieg.

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