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Marcel Kittel musste bei der Tour de France verletzt aufgeben
Marcel Kittel muss den Traum vom Gewinn des Grünen Trikots begraben © Getty Images

Marcel Kittel steigt nach einem Sturz auf der 17. Etappe aus der Tour de France aus. Damit sind auch alle Chancen auf das Grüne Trikot hinfällig.

Marcel Kittel wollte einfach nur seine Ruhe, als der Traum vom Grünen Trikot jäh geplatzt war. Nach seinem bitteren Aus bei der 104. Tour de France zog sich der Thüringer erst einmal tief enttäuscht in das Hotel seiner Equipe Quick-Step Floors zurück.

"Der Sturz ist eine große, große Enttäuschung, meine fünf Siege bleiben aber außergewöhnlich", sagte Kittel halbwegs gefasst, als er nach einer ganzen Weile vor die Journalisten trat.

Blutend und unter großen Schmerzen hatte Kittel zuvor die Etappe über den mythischen Galibier etwa nach der Hälfte beenden müssen. "Er war leer und voller Schmerzen, er hat sehr gelitten", sagte sein belgischer Helfer Julien Vermote, der einen großen Anteil an Kittels fünf Etappensiegen hatte und ihn am Mittwoch auch lange Zeit bei seiner Quälerei begleitete.

Auf dem spektakulären Klassiker zwang ein schwerer Sturz den fünfmaligen Etappensieger Kittel zur Aufgabe einer lange so traumhaften Frankreich-Rundfahrt auf. Die Hüfte tat weh, das rechte Bein, die Schulter. Dazu kämpfte Kittel mit einer Erkältung. "Ich war nicht bei 100 Prozent, dann noch der Crash. Es gibt leider kein Happy End für mich bei dieser Tour", sagte Kittel.

Massensturz beendet Kittels Träume 

Kittels Hoffnungen, die Tour in Grün zu beenden, waren kurz nach Rennstart im Straßengraben der D526 geplatzt. Bereits nach 19 Kilometern war der Sprintstar in einen Massensturz verwickelt gewesen, Kittel quälte sich danach noch gut zwei Stunden trotz seiner Verletzungen am Oberschenkel und an der Schulter durch das Rennen - mit zerrissenem Trikot und einem Eisbeutel an der Schulter.

Zwar hat sich Kittel ersten Informationen zufolge nichts gebrochen, aber auf dem Col de la Croix de Fer war seine Energie aufgebraucht.

Am Tag zuvor war der 29-Jährige abgehängt worden und hatte das Ziel mit 16 Minuten Rückstand erreicht, sein Polster im Kampf um das "Maillot vert" gegenüber dem Australier Michael Matthews war nahezu aufgebraucht. Den Weg über den Galibier, mit 2642 m Höhe das Dach der Tour, schaffte Kittel nicht. "Ich habe noch versucht, ihn anzutreiben, aber er ist immer wieder zurückgefallen", sagte Vermote.

Ex-Skispringer gewinnt in Alpen

Ein früherer Skispringer wurde derweil zum Alpen-König. Dem Slowenen Primoz Roglic gelang ein bemerkenswerter Coup, während Christopher Froome seine hauchdünne Gesamtführung behauptete.  

Letzter deutscher Gewinner des Grünen Trikots bleibt nach Kittels Aus Erik Zabel, der 2001 zum sechsten Mal in Serie gesiegt hatte. Nun geht der Australier Matthews mit riesigem Vorsprung auf Andre Greipel in die letzten vier Tourtage.

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In einer packenden Etappe hatten die im Gesamtklassement doch recht weit zurückliegenden Bergspezialisten Alberto Contador und Nairo Quintana frühzeitig den Schlagabtausch eröffnet, der spanischen Altstar Contador hielt sich bis kurz vor der Passhöhe des Galibier an der Spitze des Rennens - dann wurde er von Roglic und auch von der Gruppe um Froome gestellt.

Der britische Titelverteidiger steht nun vor dem wohl entscheidenden Tag im Kampf um Gelb. Sollte Froome auch am Donnerstag die Etappe mit der Bergankunft auf dem 2360 m hohen Col d'Izoard überstehen, ist ihm der vierte Tour-Sieg kaum zu nehmen. 

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