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Tony Martin fährt für das Team Katjuscha-Alpecin © Getty Images

Zeitfahrspezialist Tony Martin gibt den Organisatoren eine Mitschuld am Sturz von Richie Porte. Der Deutsche Meister sieht dagegen kein Sicherheitsproblem.

Die deutschen Radprofis bewerten den schweren Sturz des Australiers Richie Porte auf der 9. Tour-Etappe am Sonntag unterschiedlich.

Während für den deutschen Straßenradmeister Marcus Burghardt (Zschopau/Bora-hansgrohe) und Tour-Etappensieger Simon Geschke (Berlin/Sunweb) der Crash nicht auf Sicherheitsmängel oder eine fehlerhafte Planung der Organisatoren zurückzuführen ist, kritisierte Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin (Cottbus/Katjuscha-Alpecin) die Veranstalter.

Martin fordert Organisatoren zum Nachdenken auf

"Ich glaube, wenn die Organisatoren ein bisschen an die Gesundheit der Fahrer denken würden, könnte man sich solche Abfahrten auch sparen", sagte Martin, schränkte jedoch ein: "Man muss fairerweise sagen, dass das Wetter einen großen Einfluss gespielt hat."

Ganz anders sah dies Burghardt. "Der Sturz von Richie Porte war kein Sicherheitsproblem", sagte der 34-Jährige. Porte sei wahrscheinlich kurz unkonzentriert gewesen oder in der Kurve zu weit rausgekommen und habe so die Kontrolle über sein Rad verloren. "Ich glaube nicht, dass man jetzt der Organisation einen Vorwurf machen kann. Ich denke eher, dass Richie da einen Fehler gemacht hat, was schade ist", sagte Burghardt.

"Das gehört leider dazu"

BMC-Kapitän Porte war bei der Abfahrt vom Mont du Chat gestürzt und in die steinige Innenseite der Kurvenbegrenzung eingeschlagen. Er erlitt Brüche des rechten Schlüsselbeins und der Hüftpfanne. Neben Porte schied unter anderem auch der Brite Geraint Thomas (Sky) aus, der nach dem Auftaktzeitfahren in Düsseldorf weitere vier Tage lang Gelb getragen hatte. 

Auch Burghardts Teamkollege Rafal Majka kam zu Fall. Der Bora-Kapitän erlitt schwere Prellungen sowie großflächige Hautabschürfungen und stieg ebenfalls aus. Neuer Leader der oberbayerischen Equipe ist das deutsche Rundfahrt-Talent Emanuel Buchmann.

Unfälle wie diese sieht Burghardt als Teil des Radsports. "Ich denke, wir hatten schon größere Stürze in der Tour. Das gehört leider dazu", sagte er. Geschke, der 2015 auf dem Weg zum Tour-Etappensieg selbst in einer Abfahrt volles Risiko gegangen war, teilte diese Meinung: "Man nimmt einen Sturz in Kauf." Die Abfahrt am Sonntag sei "nicht so problematisch" gewesen und aus dem Critérium du Dauphiné bekannt gewesen: "Ich finde es ein bisschen unfair, es auf den Veranstalter zu schieben."

Sunweb-Teamkollege Nikias Arndt (Buchholz) bewertete die Stürze differenzierter. "Es war ganz schön am Limit und ein sehr schweres Rennen", sagte Arndt und erwähnte "schlechte Straßenbedingungen: "Es war sehr, sehr grenzwertig. Ich würde aber auf keinen Fall jemandem einen Vorwurf machen, dass die Strecke nicht zumutbar war."

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