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Michael Stich ist ein ehemaliger Tennisprofi
Michael Stich wünscht sich mehr Typen im Tennis © Getty Images

Der frühere Wimbledonsieger Michael Stich hat die Top-Spieler um Rekordchampion Roger Federer (Schweiz) kritisiert.

"Ich finde, die jetzige Generation macht einen Fehler. Sie spielt fantastisches Tennis, aber man weiß nichts über die Menschen", sagte Stich der Sport Bild: "Sie sind fast schon zu perfekt, sie haben keine Ecken und Kanten. Es fehlen Typen, die polarisieren. Einer wie John McEnroe oder Yannick Noah würde der Szene guttun."

Zu Jahresbeginn hatte bereits der ehemalige US-Open-Champion Andy Roddick Kritik an den Superstars der Szene geübt.

"Wenn John McEnroe durchgedreht ist, haben das die Leute geliebt", sagte der 32-jährige Amerikaner. Roger Federer und Rafael Nadal seien zweifellos fantastische Spieler: "Aber da gibt es auch einen Unterhaltungswert, und in dieser Hinsicht verhalten sie sich nicht so gut."

Stich fordert zudem Regeländerungen, um das Spitzentennis attraktiver zu machen.

So könne man die Netzregel beim Aufschlag abschaffen oder einführen, dass bei Einstand der nächste Punkt entscheidet.

"Eine dritte Möglichkeit ist, statt des dritten Satzes einen Champions-Tie-Break bis 10 oder 15 Punkte zu spielen", sagte Stich, relativierte jedoch: "Die Grand-Slam-Turniere würde ich bei diesen Änderungen aber wegen der Tradition außen vor lassen."

In dem Gespräch wies Stich zudem darauf hin, dass er seine Ambitionen, das Präsidentenamt im Deutschen Tennis Bund (DTB) zu übernehmen, keineswegs begraben habe.

"Aber jetzt soll zunächst das neue Präsidium die Chance erhalten, etwas in die Wege zu leiten", sagte der 46-Jährige.

Grundsätzlich sei er weiterhin der Meinung, dass "ein ehrenamtlicher Präsident nicht mehr zeitgemäß ist. Das ist ja auch die Vorgabe des DOSB. Wir brauchen hauptamtliche Führungskräfte in den Sportverbänden."

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