vergrößernverkleinern
Boris Becker war von 2013 bis 2016 Trainer von Novak Djokovic
Boris Becker warnt Alexander Zverev vor Fehlern © Getty Images

Monaco - Der frühere deutsche Tennisstar will wieder zurück an die Seitenlinie. Ob als Coach von Alex Zverev oder beim DTB lässt er offen. Kritik übt er an den USA.

Boris Becker sieht sich in Zukunft wieder als Trainer auf dem Platz. "Die Antwort ist ja", sagte der frühere Tennis-Weltranglistenerste beim Laureus Award in Monaco. "Ich mag die Arbeit als Coach genauso wie die Arbeit als Kommentator. Das ist meine Rolle im Tennis."

Ob er nach seiner erfolgreichen Zeit an der Seite von Novak Djokovic künftig den deutschen Shootingstar Alexander Zverev betreuen wird, ließ der 49-Jährige allerdings offen.

Zverev-Coach oder Rolle im DTB?

Darauf angesprochen meinte Becker ausweichend: "Mich haben schon viele Spieler gefragt, aber es muss der richtige Moment dafür sein. Es geht immer um den Spieler, nicht um dich - er muss von Dir profitieren."

Und auch in der Frage einer möglichen Rolle im Deutschen Tennis Bund hielt sich das Mitglied der Laureus Akademie bedeckt, bestätigte aber Gespräche. "Es freut mich, und es ehrt mich, dass ich vom Verband angesprochen wurde und dass Interesse besteht", sagte der dreimalige Wimbledonsieger. "Genaueres kann ich derzeit nicht sagen. Der DTB spricht mit mir schon seit über 30 Jahren in verschiedenen Varianten und Funktionen."

Es gehe zunächst mal um seine konkrete Aufgabe: "Das ist ein breites Feld. Geht es da um die Nachwuchsförderung? Geht es um die Rolle als Teamchef. Oder geht es darum, beispielsweise als Begleiter der Zverev-Brüder zu arbeiten?"

Auf dem Weg zum deutschen Superstar?

Alexander Zverev, der am Sonntag in Montpellier sein zweites ATP-Turnier gewonnen hatte, traut Becker eine große Zukunft zu.

"Mit 19 kann man schon mal die Nerven verlieren. Aber er hat tolle Menschen um sich. Wir können darauf hoffen, dass wir mit ihm irgendwann mal wieder einen echten Superstar haben",  sagte der frühere Weltranglistenerste. "Es ist ein weiter Weg - viele 20-Jährige sind talentiert. Aber er ist auch sehr zielstrebig und hat große Fortschritte gemacht, das liegt vor allem an seinem guten Umfeld."

Den nächsten Schritt müsse der Weltranglisten-18. nun bei einem großen Turnier machen, so Becker weiter: "Die Frage ist: Wie weit kommt er in einem Grand Slam - das ist der ultimative Test. Dort war er bis jetzt noch nicht in der zweiten Woche - aber er ist 19 und hat noch ein bisschen Zeit. Aber die Konkurrenz schläft nicht, und wenn man die Chance hat, sollte man sie auch nutzen."

Kritik an USA nach Hymnen-Skandal

Kritik übte Becker am Hymnen-Skandal im Fed Cup, bei dem am Wochenende vor dem Match USA gegen Deutschland der amerikanische Sänger die erste Strophe des Deutschland-Lieds vorgetragen hatte.

"Vor allem für die Spielerinnen ist so eine Aufregung natürlich nicht die optimale Vorbereitung", meinte der frühere Davis-Cup-Sieger. "Die Amerikaner haben sich zwar sofort entschuldigt, aber der Fehler wurde eben gemacht. Da muss man heutzutage etwas mehr nachdenken. Egal ob als Amerikaner oder Europäer müssen wir da alle aufpassen."

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel