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Boris Becker sieht sich den Attacken seines Ex-Trainers Richard Schönborn ausgesetzt © Getty Images

Richard Schönborn schießt gegen seinen einstigen Schützling Boris Becker. Dieser habe seine Wurzeln vergessen und sei im Zuge seiner Karriere größenwahnsinnig geworden.

Eigentlich bekommt man zu einem runden Geburtstag ja Glückwunschkarten. An Tennis-Idol Boris Becker jedoch wird zu seinem 50. Geburtstag ein offener Brief gerichtet, der nichts anderes als eine Abrechnung ist.

Der Brief stammt von Richard Schönborn, der Becker vor dessen großem Durchbruch als DTB-Nachwuchscheftrainer betreute. Auf dem Gipfel seines Zorns bezichtigt Schönborn Becker gar des Größenwahnsinns.

"Selbstkontrolle verloren"

"Die Millionen, der dauernde Kontakt mit den Größen dieser Welt, das High-Society-Leben, die Huldigungen, das allgemeine Überbewerten Deiner Person und vieles mehr hat Dich dazu gemacht, was Du heute bist", schrieb der einstige Trainer, der Becker mit zehn Jahren in den DTB-Förderkader holte, in der Welt. "Du hast Dich nie richtig eingeschätzt, Du bist abgehoben, bist größenwahnsinnig geworden, hast die Selbstkontrolle und realistische Selbsteinschätzung verloren."

Besonders empört und aufgebracht ist Schönborn über Beckers Art, mit seinen Wurzeln umzugehen: "Und nun erlaubst Du Dir, öffentlich zu behaupten, dass Du in Deiner Jugendzeit keine Unterstützung, kein Training hattest? Wodurch bist Du dann mit 17 Jahren Wimbledonsieger geworden? Hat der liebe Gott Dich von heute auf morgen gesegnet?"

Ex-Trainer nicht besucht

Als Ausweis für einen schlechten Charakter sieht der 84-Jährige auch den Umstand, dass Becker seinen damaligen Trainer Boris Breskvar während dessen Leidenszeit in seiner Heimat nicht aufgesucht habe.

"Hast Du ein einziges Mal Deinen hervorragenden Trainer und Menschen Boris Breskvar während seiner schweren Erkrankung in seiner Heimat besucht?", fragte Schönborn ein weiteres Mal rhetorisch. "Hast Du ihm finanziell geholfen, als es ihm sowohl gesundheitlich als auch finanziell dreckig ging? Warst Du bei seiner Bestattung?"

"Eine Frechheit"

Hintergrund seiner Aussagen ist indes nicht die ARD-Dokumentation "Boris Becker - Der Spieler". Diese habe er nicht einmal gesehen.

"Boris hat schon oft gesagt, dass er nicht genügend gefördert wurde", sagte Schönborn. "Das ist eine Frechheit! Damit muss Schluss sein! Das ist eine Beleidigung für ein ganzes Trainer- und Betreuerteam, das ihn gefördert hat. Boris ist doch nicht mit einem Fallschirm ins Wimbledon-Finale geflogen."

Als Schlusspunkt setzte Schönborn die Behauptung, dass Becker nicht der Erfinder der Becker-Hecht-Rolle sei: "Das Springen nach dem Ball und das schließende Abrollen war eine Koordinations-Übung, die wir mit allen Jugendlichen gemacht haben. Es passt zu Boris, dass er auch das nicht zugeben mag. Für Boris ist Becker immer der Größte!"

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