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Alexander Zverev beim Turnier in Hamburg
Alexander Zverev erreichte zuletzt beim Turnier in Bastad erstmals das Halbfinale eines ATP-Turniers © Imago

München und Washington - Alexander Zverev wandelt mit Auftritten in Washington auf den Spuren des jungen Andy Roddick und arbeitet sich an die Weltspitze heran. Nadal, Haas und co. sind voll des Lobes.

In der kleinen schwedischen Stadt Bastad grassiert bereits das Zverev-Fieber.

Dort bestritt Alexander Zverev ein Turnier und spielte sich nicht nur in das Halbfinale, sondern auch in die Herzen zahlreicher jungen Schwedinnen.

Neben gutem Aussehen bescheinigen ihm die jungen Damen in dem Video auch viel Talent - und das hat Zverev zweifellos. Davon kann sich jetzt auch das Publikum in den USA überzeugen.

In Washington, D.C. (täglich LIVE im TV auf SPORT1+) bezwang der 18-jährige Hamburger bereits die Topspieler Kevin Anderson und Alexander Dolgopolow und zog als jüngster Spieler seit Andy Roddick 2000 bei dem ATP-Turnier ins Viertelfinale ein.

"Das hier ist ein sehr wichtiges Turnier für mich. Ich habe erst am Samstag das erste Mal auf einem Hartplatz gespielt, vorher noch auf Sand. Daher ist es ein unglaubliches Gefühl für mich, solch große Spiele gegen so gute Gegner zu gewinnen", sagte Zverev.

Nadal lobt Zverev

Der nächste auf seiner Liste ist nun der US-Open-Sieger Marin Cilic (ab 21 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+). Viele ehemalige als auch aktive Spieler sind bereits voll des Lobes über dem aufschlagstarken Youngster.

"Mit seinen 18 Jahren ist Zverev schon ein erstaunlich starker Spieler. Er hat alles, um mal einer der Besten der Welt zu werden", sagte Nadal am Rande des Turniers in Hamburg.

"Mit Alexander Zverev haben wir einen jungen Spieler, in den wir viel Hoffnung stecken in nächsten Jahren. Er muss noch viel dazu lernen. Aber er hat das Potenzial, in nächster Zeit Großes zu leisten", sagte Tommy Haas bei SPORT1.

Ähnlich sieht es Tennis-Legende John McEnroe: "Er ist noch etwas dünn, aber er hat ein gutes Spiel und wird seinen Weg gehen. Ich bin sicher, dass er bei den Großen mitmischen kann."

Kometenhafter Aufstieg

Zverevs Aufstieg ist kometenhaft. Vor zwei Jahren noch er die Nummer 823 der Weltrangliste, ist er mittlerweile unter den Top 100 angekommen.

Ende 2013 schrieb er zudem Geschichte, als er es als erster Deutscher schaffte, die Junioren-Weltrangliste als Erster abzuschließen.

Sein Stern auf der ATP-Tour ging im nächsten Jahr in Hamburg auf, als sich der damals 17-Jährige bis ins Halbfinale spielte. Der letzte Spieler, dem das gelang, war Nadal 2003.

Athletisch noch große Reserven

Danach musste der Junioren-Champion der Australian Open 2014 aber erst einmal einige Monate Lehrgeld zahlen. Die Umstellung auf die ATP-Tour ist bei den Herren ein langwieriger Prozess, da die Unterschiede in Sachen Athletik enorm groß sind.

Während bei den Damen durchaus auch Teenager die Weltspitze aufmischen können, ist das bei den Herren fast unmöglich. Zehn Jahre Rückstand und mehr sind auf Weltklasse-Spieler wie Nadal, Roger Federer und Novak Djokovic so schnell nicht aufzuholen.

Sein Potenzial ist aber unbestritten. Bei einer Exhibition-Partie vor Wimbledon bezwang er sogar den späteren Sieger Djokovic glatt in zwei Sätzen.

Eine Wiederholung dieses Erfolgs bei einem Grand Slam ist zunächst fast ausgeschlossen, denn noch fehlt es ihm an psychischer und physischer Stärke, um die zweite Turnierwoche erreichen zu können. Selbst Djokovic und Federer schafften es vor ihrem 20. Geburtstag nie in ein Grand-Slam-Halbfinale.

Fitness-Coach von Murray

Der 1,98-Meter-Hüne weiß allerdings genau, wo seine Schwächen liegen. Deshalb holte er Jez Green ins Boot. Als Fitnesscoach formte der ehemalige Kampfsportler bereits Andy Murray.

In der Winterpause hat das Duo viel gearbeitet. Zverev musste zudem sein Spiel umstellen, kommt nun noch häufiger ans Netz als früher: "Ich hatte im letzten Jahr ein anderes Spiel, einen anderen Körper.  Zu Beginn der Saison wusste ich mit meinem neuen Körper noch nicht, was möglich ist und was nicht."

Behält der ehrgeizige Wunderknabe seinen eingeschlagenen Weg bei, wird er nach Bastad und Washington demnächst auch den Rest der Tennis-Welt erobern.

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