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Wettbetrug: Fahnder attackiert ATP
Im Tennis-Wettskandal werden immer mehr Fälle bekannt © Getty Images

Ein Fahnder prangert die ATP wegen des Tennis-Wettskandals an. Als er brisante Informationen über eine manipulierte Partie vorlegt, reagierte der Verband nicht wie erwartet.

Im Skandal um manipulierte Tennisspiele werden immer brisantere Fakten bekannt.

Der ehemalige Polizist Albert Kirby prangerte die Reaktion der ATP an, als er ihnen über die verschobene Partie zwischen Nikolai Dawidenko und Martin Arguello berichtete. Als der Ermittler seine Beweise an den Verband herantrug, habe dieser merkwürdig reagiert.

"Gar keine Notiz davon genommen"

"Ich habe mich dann direkt an die ATP gewendet. Keine Reaktion. Wenn ein Ermittler mit solchen Informationen zu mir gekommen wäre, dann hätte ich gedacht, alle meine Geburtstage fallen auf einen Tag. Und sie haben sich verhalten, als hätten sie gar keine Notiz davon genommen", berichtete Kirby der BBC.

Bei dem Fall handelte es sich um eine Zweitrunden-Partie 2007 in Polen zwischen dem Russen Nikolai Dawidenko und Martin Arguello aus Argentinien.

Wettsyndikate kassieren hohe Summen

Dawidenko hatte im Spiel gegen Arguello deutlich geführt, trotzdem setzten russische und italienische Syndikate weiter auf den Sieg des Argentiniers. Dawidenko gab die Partie später überraschend auf – Arguello und die Syndikate gewannen.

Und sie kassierten hohe Summen: Auf den Sieg von Arguello wurden fast vier Millionen Euro gesetzt, obwohl er der klare Außenseiter war.

Die BBC machte einen italienischen Betrüger ausfindig, der die Manipulation bestätigt: "Es gibt eine finanzielle Vereinbarung, aber das kann man nicht am Telefon besprechen."

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