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2017 French Open - Day Three
Alexander Zverev hat den Zorn von Michael Stich auf sich gezogen © Getty Images

Alexander und Mischa Zverev werden wohl nicht beim Heimat-Turnier in Hamburg aufschlagen. Der Turnierdirektor ist stinksauer und wettert gegen die Tennis-Brüder.

Deutschlands Nummer eins und Lokalmatador Alexander Zverev (20) wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht beim traditionsreichen Sandplatz-Turnier am Hamburger Rothenbaum (22. bis 30. Juli) aufschlagen.

Das gab ein enttäuschter Turnierdirektor Michael Stich am Donnerstag bekannt. Die Nummer zehn der Weltrangliste hat ebenso wie sein Bruder Mischa nicht für die 111. Auflage der German Open in seiner Heimatstadt gemeldet.

"Wir halten weiter eine Wildcard für Alexander Zverev bereit, aber die Chance ist sehr, sehr, sehr gering, dass er spielen wird", sagte Stich, der 1993 als bisher letzter Deutscher das Turnier an der Elbe gewinnen konnte: "Wir haben tolle Spieler, aber es hätte dem Turnier gutgetan, wenn Alexander hier gespielt hätte."

Top-Gesetzter des derzeitigen Teilnehmerfeldes bei dem mit 1.499.940 Euro dotierten 500er Events ist der Spanier Pablo Carreno Busta (Nummer 17 der Welt). 

Stich stinksauer

Stich nimmt es persönlich, dass die Zverev-Brüder lieber in Washington als in Hamburg spielen wollen. "Ich habe Mischa explizit gebeten zu spielen. Da bin ich persönlich ein bisschen enttäuscht", sagte der Wimbledonsieger von 1991.

Noch schlechter ist er auf Bruder Alexander zu sprechen, denn nur über die Meldeliste für das Turnier in Washington erfuhr Stich, dass der Youngster wohl ebenfalls nicht in Hamburg aufschlagen wird.

"Zverev verdient Aufmerksamkeit nicht"

Dabei hat der Turnierdirektor sogar eine vertragliche Vereinbarung, die den Rom-Sieger eigentlich bis 2018 verpflichtet, in Hamburg zu spielen. "Ob es sinnvoll ist, das Ganze juristisch weiter zu verfolgen, ist eine andere Frage", sagte Stich. Trotz persönlicher Kontakte hat sich der 48-Jährige bei zahlreichen Top-20-Spielern Absagen eingehandelt.

Der 48-Jährige wollte auf der Pressekonferenz nicht weiter über dieses Thema sprechen: "Wir reden nicht über jemanden, der nicht da ist. Diese Aufmerksamkeit hat er nicht verdient."

Auftakt mit Legenden-Match

Wie in den vergangenen Jahren beginnt das Hamburger Turnier wieder mit einem Legendenmatch - diesmal trifft Stich auf Altmeister Tommy Haas (39). "Keine Frage, ich hau ihn weg", sagte Stich mit einem Schmunzeln.

In Stuttgart hat Haas gerade den Schweizer Superstar Roger Federer geschlagen. Im Gegensatz zum Fall Zverev geht Stich davon aus, dass Haas die ihm angebotene Wildcard für das Hauptfeld "nutzen wird".

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