London - Rafael Nadal meldet sich nach Blinddarm-OP mit einem Poker-Erfolg gegen Ronaldo zurück. Die Zielsetzung für 2015 ist bescheiden.

Selbst Siege am Pokertisch scheinen für einen Gebeutelten wie Rafael Nadal nicht ganz schmerzfrei über die Bühne zu gehen.

Während des Zocker-Duells gegen den ehemaligen brasilianischen Stürmerstar Ronaldo im Londoner Hippodrome griff sich der Tennisstar immer wieder mit schmerzverzerrtem Gesicht in die Leistengegend.

Trainings-Rückkehr naht

Die Entwarnung folgte aber auf dem Fuße: Zwei Wochen nach seiner Blinddarm-Operation machte "Rafa" lediglich der Wundschmerz noch etwas zu schaffen.

"Ich brauche noch ein paar Tage zur Regeneration. Aber Ende November, Anfang Dezember möchte ich dann wieder mit dem Training beginnen", sagte der Weltranglistendritte Nadal im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Der Plan des 14-maligen Grand-Slam-Siegers ist es, beim Einladungsturnier in Abu Dhabi (1. bis 3. Januar 2015) sein Comeback zu feiern und vor den Australian Open (19. Januar bis 01. Februar) noch das Turnier in Doha/Katar zu spielen.

Nadal bei Baby-Talk außen vor

Dass ein Baby namens Stefan seinen größten Rivalen Novak Djokovic in der Saison 2015 ausbremsen könnte, glaubt Nadal indes nicht. Der Branchenführer aus Serbien ist Ende Oktober erstmals Vater geworden.

"Ich denke nicht, dass Kinder diesbezüglich etwas verändern, denn es sind Profis, die da spielen. Sie lieben Tennis. Und sie haben die Möglichkeit, Tennis zu spielen und die Familie mitzunehmen", meinte Nadal, der nun beim etwaigen Baby-Talk von Jung-Vater Djokovic und Vierfach-Daddy Roger Federer (Schweiz/Nr. 2) außen vor ist.

Nadal schweigt über Behandlungsmethoden

Kein Problem für einen wie den sympathischen Spanier mit der guten Kinderstube.

"Ich bin nicht eifersüchtig, ich bin happy für die Beiden und ihre Familien, die sie gegründet haben", sagte Nadal, bei dem eine Stammzellen-Behandlung offenbar auch die latenten Rückenprobleme beseitigt hat.

Details über die Methode wollte er keine verraten. Nur soviel: "Mein Rücken ist okay. Bei den alltäglichen Dingen im normalen Leben spüre ich nichts, und das ist das Wichtigste."

Zurückhaltende Zielsetzung

Der immer wieder von Verletzungen zurückgeworfene "Rafa", der in diesem Sommer wegen einer Handgelenk-Blessur drei Monate pausieren musste, hält sich mit Zielsetzungen für 2015 dann auch wohlweislich zurück.

Wichtiger als sein zehnter Titel bei den French Open sei es, erst einmal "im Dezember gut trainieren zu können." Nadal, der Minimalist, sieht sich selbst als Realist.

Der 28-Jährige glaubt, dass die nächste Generation um US-Open-Finalist Kei Nishikori (Japan) den "Fab Four" (Djokovic, Federer, Andy Murray und Nadal) bereits im Nacken sitzt.

"Pokern ist wie Tennis"

"Sie verbessern sich stetig weiter. Unsere Generation ist schon top und wird eher schlechter", sagte Nadal: "Der Anspruch der Jungen muss es sein, so viele Titel zu gewinnen wie wir."

Dass er aber trotz aller kleinen und großen Wehwehchen ein Siegertyp ist, bewies der Mallorquiner am Dienstagabend am grünen Tisch von London gegen Ronaldo. Im Duell der beiden PokerStars.com-Zugpferde behielt der Tennisprofi am Ende kühlen Kopf.

"Beim Pokern ist es so wie auf dem Platz. Du musst deine Emotionen kontrollieren und im richtigen Moment zuschlagen", meinte Nadal, der die 50.000- Euro-Prämie seiner Stiftung zukommen ließ.

Nadal mit Talent am grünen Tisch

Der dreimalige Weltfußballer Ronaldo jedenfalls ist ein großer Fan des Spaniers. "Rafa ist ein Krieger, der immer wieder aufsteht", sagte der zweimalige Weltmeister - wohl auch mit Blick auf die Tennis-Saison 2015.

Nadals Pokercoach Alfonso Cardalda ist sogar der Meinung, dass sein Schüler "bei entsprechendem Training" einer der besten Pokerspieler der Welt werden könne. Der ewig Gebeutelte wird es gerne hören.

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