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Julia Görges Australian Open Rückhand
Julia Görges scheiterte als letzte Deutsche bei den Australian Open © Getty

Melbourne - Julia Görges verpasst im Achtelfinale der Australian Open die Überraschung gegen Jekatarina Makarowa. Hinterher gibt sich die 26-Jährige trotzig. Zuspruch kommt von Barbara Rittner.

Als Julia Görges nach ihrem Achtelfinal-Aus bei den Australian Open vor die Presse trat, wirkte ihr Blick in die Zukunft fast trotzig.

"Es wird irgendwann der Tag kommen, an dem ich im Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers stehe. Daran glaube ich ganz fest", sagte die 26-jährige nach dem 3:6, 2:6 gegen Jekaterina Makarowa (Russland/Nr. 10).

Der beste Saisonstart ihrer bisherigen Karriere und der Sprung zurück ins Rampenlicht sorgten für Genugtuung bei der Weltranglisten-73. Görges. Auch Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner war ungeachtet der klaren Niederlage begeistert vom Ausrufezeichen ihres Schützlings. "Wenn Jule dranbleibt", prophezeite Rittner, "wird sie wieder dahinkommen, wo sie hingehört: In die Top 20".

Schon 2012 war Görges die Nummer 15 der Welt und stand zweimal (2012 und 2013) unter den besten 16 in Australien. Ein Kapsel-Anriss im rechten Handgelenk ließ die einstige Stuttgart-Siegerin dann aber fast aus den Top 100 stolpern.

Görges springt in die Bresche

Doch beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres verhinderte ausgerechnet Görges als letzte Mohikanerin die totale Pleite der zuletzt so erfolgsverwöhnten Frauen (Alle Ergebnisse der Frauen im Überblick).

Nach dem kollektiven Erstrunden-K.o. von Angelique Kerber (Kiel/Nr. 9), Andrea Petkovic (Darmstadt/Nr. 13) und Sabine Lisicki (Berlin/Nr. 28) sprang die Bad Oldesloerin in die Bresche und war der einzige deutsche Profi im Achtelfinale von Melbourne.

Nach den US Open im September 2014 hat damit beim zweiten Major-Turnier nacheinander kein einziger DTB-Starter das Viertelfinale erreicht.

"Bin stolz auf meine Leistung"

Görges konnte zumindest mit sich zufrieden sein. "Ich bin schon stolz auf meine Leistung. Das gibt mir Mut für die nächsten Monate", sagte die aufschlagstarke Rechtshänderin.

Wohlwissend, dass sie sich durchaus Hoffnungen auf einen Einzel-Einsatz im Fed-Cup-Viertelfinale gegen Australien in Stuttgart (7./8. Februar) machen darf. "Das ist eines meiner Ziele, denn ich spiele immer gerne für mein Land", bestätigte Görges.

Am Mittwoch wird Rittner ihr Aufgebot bekanntgeben, am Samstag trifft sich das Team zur Vorbereitung in der Schwabenmetropole. Vermutlich wird das Quartett nominiert, das im November das Finale gegen Gastgeber Tschechien in Prag (1:3) verloren hatte.

Rückschritt als Weckruf

Sorgenkinder sind derzeit Petkovic und Lisicki, die in dieser Saison noch kein Einzel gewinnen konnten. Als "Weckruf" bezeichnete Rittner deshalb den "Riesen-Rückschritt" von Melbourne.

"Die Fed-Cup-Woche kommt zur richtigen Zeit. Ich bin sehr überzeugt von den Mädels, aber sie müssen Druck rausnehmen", forderte die Bundestrainerin und setzt vor dem "gefährlichen" Duell mit Australien auf das Verdrängungsprinzip. Man müsse den "Flop" bei den Australian Open "ganz schnell" vergessen, forderte Rittner.

Becker scheitert als letzter Deutscher

Benjamin Becker unterlag Tim Smyczek
Benjamin Becker unterliegt Milos Raonic in drei Sätzen. © Getty Images

Als letzter deutscher Spieler in Melbourne war am Samstag Benjamin Becker in der dritten Runde gescheitert. Der 33-Jährige aus Orscholz fand beim 4:6, 3:6, 3:6 kein Mittel gegen die krachenden Aufschläge des an Position acht gesetzten Kanadiers Milos Raonic (22 Asse).

Nach dem Drittrunden-Aus von Roger Federer gaben sich die anderen Favoriten keine Blöße (Alle Ergebnisse der Herren im Überblick).

Der Weltranglisten-Dritte Rafael Nadal nahm beim 7:5, 6:1, 6:4 gegen Kevin Anderson (Südafrika/Nr. 14) locker seine Achtelfinal-Hürde. Der Spanier trifft nun am Dienstag auf Tomas Berdych (Tschechien/Nr. 7), der Bernard Tomic (Australien) mit 6:2, 7:6 (7:3), 6:2 ausschaltete.

Scharapowa fordert Bochard

Bei den Frauen gewann die Russin Maria Scharapowa (Nr. 2) mit 6:3, 6:0 gegen Peng Shuai (China/Nr. 21) und fordert nun Eugenie Bouchard (Nr. 7).

Die Kanadierin hatte beim 6:1, 5:7, 6:2 gegen Kerber-Bezwingerin Irina-Camelia Begu (Rumänien) mehr Mühe als erwartet.

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