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Mit Angelique Kerber, Sabine Lisicki und Annika Beck müssen am sechsten Tag der French Open gleich drei deutsche Damen die Segel streichen. Nur eine ist darüber verärgert.

Bitter enttäuscht verließ Angelique Kerber den Ort ihrer Niederlage. Unerwartet, aber verdient flog die hochgehandelte Kielerin bei den French Open in der dritten Runde aus dem Turnier und gesellte sich am Tag der verpassten Chancen zu Sabine Lisicki und Annika Beck.

Aus dem deutschen Quintett sind damit nur noch Andrea Petkovic und Julia Görges übrig, die erst am Samstag (ab 11 Uhr in den LIVESCORES) um den Achtelfinaleinzug spielen.

Kerber scheiterte gegen die starke Spanierin Garbine Muguruza mit 6:4, 2:6, 2:6 und verpasste zum ersten Mal seit 2011 die Runde der besten 16 in Paris.

Kerber sucht vergeblich ihr Spiel

Lisicki vergab gegen die Tschechin Lucie Safarova beim 3:6, 6:7 (2:7) zwei Satzbälle und beklagte später, keinen Linkshänder zum Einschlagen gefunden zu haben.

Beck überzeugte zwar, konnte gegen Elina Switolina aus der Ukraine allerdings einen 3:1-Vorsprung im entscheidenden Satz nicht ins Ziel bringen und verlor 3:6, 6:2, 4:6.

"Das war heute kein guter Tag von mir, ich habe kaum zu meinem Spiel gefunden", klagte Kerber nach der ersten Niederlage im vierten Duell mit Muguruza: "Sie hat das Spiel in die Hand genommen, es war schwer, sie aus dem Rhythmus zu bringen."

Trotz der Niederlage falle ihre Bilanz der letzten Monate positiv aus. Kerber wähnt sich auf dem richtigen Weg.

Lob von Chris Evert

Vor Turnierbeginn war die Linkshänderin noch als Mitfavoritin auf den Coupe Suzanne Lenglen gehandelt worden, immerhin hatte die Weltranglistenelfte die Sandplatztitel in Charleston und Stuttgart gewonnen. Die 18-malige Grand-Slam-Siegerin Chris Evert hatte Kerbers Defensivstärke und ihren Kampfgeist gelobt, beides seien Voraussetzungen für einen Majorsieg.

Als dann auch der lädierte Rücken in den ersten beiden Runden hielt, wuchsen die Hoffnungen - auch bei Kerber selbst. Die Sandplätze in Roland Garros schienen ihre neue Liebe geworden zu sein.

"Ich schenke dem Sand jetzt mehr Vertrauen", hatte sie noch vor Turnierbeginn gesagt, nun erwies sich Muguruzas Angriffstennis als geeigneter. Die 21-Jährige hatte im vergangenen Jahr mit ihrem Sieg über Serena Williams für eine noch größere Überraschung gesorgt.

Beck geht "erhobenen Hauptes"

Weniger enttäuscht, geradezu zufrieden waren Lisicki und Beck trotz ihrer Niederlagen. "Ich habe hier drei sehr gute Matches gespielt", meinte Lisicki, die ihren vergebenen Satzbällen gegen Fed-Cup-Siegerin Safarova nicht hinterhertrauerte: "Die hat sie einfach sehr gut abgewehrt."

Im ersten Satz hatte die 25 Jahre alte Berlinerin sofort ihr erstes Aufschlagspiel abgegeben, später bekannte sie: "Ich habe ein paar Minuten gebraucht, um mich auf sie als Linkshänderin einzustellen." Nun steht für Lisicki die Rasensaison an, da fühlt sich die Wimbledonfinalistin von 2013 ohnehin deutlich wohler.

Auch Annika Beck haderte nicht lange mit ihrem Schicksal. "Natürlich bin ich enttäuscht, aber das ist nur eine Momentaufnahme", sagte die Bonnerin: "Ich kann erhobenen Hauptes aus Paris wegfahren."

Sie sei froh, bei ihrem Lieblings-Grand-Slam aus dem Loch geklettert zu sein. Vor den French Open hatte Beck alle fünf Spiele auf Sand verloren und insgesamt zehn Erstrundenpleiten kassiert.

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