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Novak Djokovic setzte sich gegen Andy Murray durch
Novak Djokovic setzte sich gegen Andy Murray durch © getty images

Novak Djokovic ist nur noch einen Sieg davon entfernt, sich seinen Titeltraum bei den French Open in Paris zu erfüllen. Der Branchenführer aus Serbien gewann die Fortsetzung seines Halbfinals gegen den Briten Andy Murray 6:3, 6:3, 5:7, 5:7, 6:1. Das Match war am Freitagabend wegen eines drohenden Unwetters im vierten Satz unterbrochen worden.

"Ich habe gestern großartig gespielt, aber einige Chancen liegengelassen, das Match in drei Sätzen zu beenden", sagte Djokovic, der nach hochklassigen 4:09 Stunden Spielzeit - 61 Minuten davon am Samstagmittag - seinen zweiten Matchball mit einem Ass verwandelte.

Kurze Pause vor Finale

Nur noch Stan Wawrinka steht am Sonntag zwischen dem Serben und dem Coupe des Mousquetaires.

2012 und 2014 war Djokovic im Finale an Rafael Nadal gescheitert, in diesem Jahr warf er den Sandplatzkönig aus Spanien im Viertelfinale aus dem Turnier. "Ich habe morgen ein ziemlich wichtiges Match, daher muss ich mich schnell erholen", sagte Djokovic, der nur wenige Minuten nach dem Ende seiner Partie zur Pressekonferenz erschien.

Wawrinka steht beim Höhepunkt der Sandplatzsaison zum ersten Mal im Endspiel. Auch wenn seine Bilanz gegen Djokovic mit nur drei Siegen in 20 Begegnungen dürftig ausfällt, ist der Schweizer zuversichtlich, für eine Überraschung zu sorgen.

"Wir werden beide nervös sein, er hat noch nie in Roland Garros gewonnen", sagte Wawrinka nach seinem Erfolg im Halbfinale über den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga: "Ich weiß, dass er nicht glücklich ist, wenn ich mein bestes Tennis spiele."

Sehnsucht nach Titel in Paris

Auf dem Weg zu seinem ersten Grand-Slam-Titel bei den Australian Open 2014 gewann Wawrinka im Viertelfinale gegen Djokovic, dessen Trainer Boris Becker weiß um die Stärken des Weltranglistenneunten: "Stan ist seit seinem Erfolg in Melbourne beständig einer der besten Spieler der Welt - auf jedem Belag", sagte Becker: "Hier hat er einen Lauf. Wenn Stan in Form ist und sich gut fühlt, dann ist es sehr schwierig, gegen ihn zu spielen."

Dennoch fällt die Vorstellung schwer, dass sich Djokovic auf dem Weg zum Karriere-Grand-Slam stoppen lässt.

Die Sehnsucht, endlich mit seinen Rivalen Nadal und Roger Federer gleichzuziehen und alle vier Major-Titel in seiner Sammlung zu vereinen, treibt ihn an. Boris Becker, der Zeit seiner Karriere der Krönung in Paris hinterhergelaufen war, sagt: "Novak fühlt sich in der Favoritenrolle wohl."

Djokovic vor Kunststück

Wawrinka dürfte indes Mut machen, dass Djokovic gegen Murray erstmals im Turnierverlauf Anzeichen von Schwäche erkennen ließ.

Über zwei Stunden hatte er am Freitagabend neue Maßstäbe in Sachen Präzision und Konstanz gesetzt, bis zum 5:5 im dritten Satz keinen einzigen Breakball zugelassen. Doch Murray ergab sich nicht seinem Schicksal und kämpfte sich zurück ins Match, ehe die beiden Ausnahmeathleten das aufziehende Gewitter stoppte.

Bei strahlendem Sonnenschein setzte Djokovic am Samstag nach Anlaufschwierigkeiten, die ihn den vierten Satz kosteten, seine Serien fort: Der achtmalige Grand-Slam-Champion feierte seinen 28. Sieg nacheinander, auf Sand ist er in diesem Jahr noch immer ungeschlagen. Gegen Murray gewann Djokovic zum achten Mal in Folge - auch im Finale der Australian Open hatte er ihn geschlagen.

Gewinnt Djokovic gegen Wawrinka, ist er der erste Tennisprofi seit dem Amerikaner Jim Courier 1992, der nacheinander bei den Grand-Slam-Turnieren in Melbourne und Paris triumphiert. Ein Kunststück, an dem selbst Nadal und Federer regelmäßig scheiterten.

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