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Day Two: The Championships - Wimbledon 2015
Angelique Kerber schießt ihre deutsche Landsfrau humorlos vom Platz © Getty Images

Angelique Kerber präsentiert sich in Wimbledon schon zum Auftakt in Topform und deklassiert Carina Witthöft. Auch Rasenspezialistin Sabine Lisicki kämpft sich weiter.

Angelique Kerber glänzte, Sabine Lisicki kämpfte: Mit völlig unterschiedlichen Darbietungen sind die deutschen Hoffnungsträgerinnen in die zweite Runde von Wimbledon eingezogen. Kerber schoss die talentierte Hamburgerin Carina Witthöft mit 6:0, 6:0 gnadenlos gut vom Platz, Lisicki mühte sich gegen Jarmila Gajdosova schlecht gelaunt zum 7:5, 6:4.

"Angie spielt beeindruckend gut, sie hat Carina einfach überrollt", lobte Bundestrainerin Barbara Rittner ihre Nummer eins. Kerber selbst strahlte Selbstvertrauen und Zufriedenheit aus. "Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg, alles ist gut derzeit", sagte die Kielerin, die beim Vorbereitungsturnier in Birmingham erstmals auf Rasen triumphiert hatte.

Lisicki muss die Fehler abstellen

Ebenfalls den Sprung in Runde zwei schaffte am Dienstag Tatjana Maria (Bad Saulgau). Insgesamt überstanden jedoch nur acht von ursprünglich 18 deutschen Profis die Auftaktrunde beim bedeutendsten Tennisturnier der Welt.

Rasen-Liebhaberin Lisicki muss des Turniers ihre Fehlerquote verringern, um wie in den vergangenen Jahren mindestens das Viertelfinale im All England Club zu erreichen. Acht Assen standen sieben Doppelfehler gegenüber, ehe die 25-Jährige nach 71 Minuten ihren ersten Matchball verwandelte.

"Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden, es ist immer gut, sich in der ersten Runde durchzubeißen", sagte Lisicki, die während der Partie immer wieder mit der Schiedsrichterin diskutiert hatte: "Es war komisch windig, und die Lichtverhältnisse waren schwierig, daran musste ich mich erst gewöhnen."

Barthel verpasst Duell gegen Kerber

In der zweiten Runde trifft Lisicki nun auf Christina McHale aus den USA. Kerber bekommt es mit Anastasia Pawljutschenkowa zu tun. Beinahe hätte es erneut ein deutsches Duell in Wimbledon gegeben, doch Mona Barthel (Neumünster) vergab im zweiten Satz gegen die Russin einen Matchball und verlor schließlich 6:7 (3:7), 7:6 (7:4), 6:2. Ebenfalls nicht mehr dabei ist Julia Görges (Bad Oldesloe), die bei den Majors in Melbourne und Paris im Achtelfinale noch die beste Deutsche war. Görges verlor gegen Timea Bacsinszky aus der Schweiz 2:6, 5:7.

Kerber (27) hatte Pawljutschenkowa bereits beim Fed-Cup-Halbfinale in Sotschi deklassiert, damals spielten sie auf Sand. Teamchefin Rittner glaubt allerdings, dass die Weltranglistenzehnte auf Rasen noch stärker ist. "Ihre Balance ist unglaublich", schwärmte Rittner: "Der Platz kaschiert ihre Schwächen und betont ihre Stärken. Wenn Angie den Kopf beieinander behält und gesund bleibt, gehört sie zumindest in ihrer Hälfte zu den Riesen-Favoritinnen."

Viele "Double Bagel" in Wimbledon

2012 hatte Kerber in Wimbledon das Halbfinale erreicht, im vergangenen Jahr war sie nach einem phantastischen Sieg über Superstar Maria Scharapowa erst im Viertelfinale ausgeschieden. "Dieses Match hätte auch ein Wimbledonfinale sein können", sagte Rittner. Bis dahin ist es jedoch ein langer Weg, sechs Matches liegen noch zwischen Kerber und dem Titel, den Steffi Graf vor 19 Jahren als letzte Deutsche gewann.

So stark Kerber gegen Witthöft auftrumpfte, einzigartig ist ihre Leistung im All England Club längst nicht. Bereits am ersten Turniertag hatten Fed-Cup-Kollegin Andrea Petkovic und die fünfmalige Turniersiegerin Venus Williams ihren Gegnerinnen kein Spiel überlassen. Zuvor hatte es den sogenannten "Double Bagel" in Wimbledon sechs Jahre nicht mehr gegeben.

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