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TENNIS-GBR-WIMBLEDON
Sabine Lisicki stand im Jahr 2011 bereits im Wimbledon-Finale. © Getty Images

Sabine Lisicki kann das frühste Wimbledon-Aus ihrer Karriere abwenden. Angelique Kerber steht nach eine souveränen Sieg in der dritten Runde. Doch die Aufgaben werden größer.

Die Rückkehr auf den Centre Court von Wimbledon kostete Sabine Lisicki länger aus, als ihr lieb war.

Anfangs nervös und fehlerhaft, später immerhin kampfstark, mühte sich die frühere Finalistin in fast zwei Stunden in die dritte Runde und folgte damit ihren Fed-Cup-Kolleginnen Angelique Kerber und Andrea Petkovic.

Zum ersten Mal unter den besten 32 Spielerinnen bei einem Grand Slam steht Tatjana Maria - derzeit beste Mutter im Tenniszirkus.

Die 27-Jährige, einst mit Kerber und Petkovic Hoffnungsträgerin des deutschen Damentennis, gewann gegen die chinesische Qualifikantin Duan Ying-Ying 1:6, 6:2, 10:8.

Die Mutter der kleinen Charlotte hat damit bereits vor dem Match gegen Madison Keys (USA/Nr. 21) 77.000 Pfund Preisgeld und den größten Erfolg ihrer Karriere sicher.

Weiter nach vorne schaut Lisicki, die sich jedoch gewaltig steigern muss, um die zweite Woche zu erreichen.

Schweizer Top-Talent wartet

Nach dem 2:6, 7:5, 6:1 gegen Christina McHale aus den USA trifft die Weltranglisten-18. aus Berlin am Samstag auf Timea Bacsinszky. Die Schweizerin hatte bei den French Open in Paris das Halbfinale erreicht und dort Superstar Serena Williams (USA) an den Rand einer Niederlage gebracht.

Gegen McHale unterliefen Lisicki unerklärlich viele Fehler, vor allem ihre stärkste Waffe, der erste Aufschlag, ließ sie ähnlich oft im Stich wie schon beim mühevollen Auftaktsieg am Dienstag. Acht Asse standen sechs Doppelfehlern gegenüber. Im zweiten Satz fehlte nicht viel, und Lisicki hätte sich so früh wie seit ihrem Debüt 2008 nicht mehr von ihrem Lieblingsturnier verabschieden müssen.

"Ich war ein bisschen nervös zum Start, weil das mein liebster Platz auf der Welt ist", sagte Lisicki im Siegerinterview in den Katakomben des Centre Courts: "Das Publikum hat mir geholfen, und ich habe mich auf jeden Punkt einzeln konzentriert. Es ist gut, solch ein enges Match am Anfang des Turniers zu haben, ich glaube, ich kann aber viel besser spielen."

Kerber ohne Probleme

Deutlich weniger Mühe als Lisicki hatte Angelique Kerber beim 7: 5, 6:2 gegen die Russin Anastasia Pawljutschenkowa, auch wenn sie nicht sofort an die Glanzvorstellung der ersten Runde anknüpfen konnte.

Am Dienstag hatte Kerber der jungen Hamburgerin Carina Witthöft kein Spiel überlassen und damit eindrucksvoll ihre Ambitionen beim bedeutendsten Tennisturnier der Welt unterstrichen.

"Anastasia hat gut angefangen, und ich habe unnötige Breaks kassiert", analysierte Kerber, wollte sich mit dem Match aber nicht lange aufhalten. "Ich bin zufrieden, und vor allem fühle ich mich gut", sagte sie. Größere Aufgaben warten schon, am Samstag trifft Kerber auf Garbine Muguruza, gegen die Spanierin hatte die Weltranglistenzehnte aus Kiel zuletzt in Paris in der dritten Runde verloren.

"Ich werde versuchen, die Revanche zu nutzen", sagte Kerber: "Sie spielt relativ gutes Rasentennis, schlägt gut auf und macht viel Druck. In Paris war ich im dritten Satz zu kurz, ich muss die Länge finden, damit sie nicht draufgehen kann."

Das gelang ihr zuletzt bereits ziemlich gut. Seit der Niederlage gegen Muguruza hat Kerber kein Match mehr verloren und vor Wimbledon in Birmingham ihren ersten Titel auf Rasen gewonnen.

Andrea Petkovic erwartet bereits am Freitag den ersten ernstzunehmenden Prüfstein ihrer Rasenform. Die an Position 14 gesetzte Darmstädterin trifft auf die Weltranglisten-34. Sarina Dijas aus Kasachstan und hofft, nach vier vergebenen Anläufen das Achtelfinale des bedeutendsten Tennisturniers der Welt zu erreichen.

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