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Mardy Fish geht nach seinem letztem Match vom Platz
Mardy Fish geht nach seinem letztem Match vom Platz © Getty Images

Noch einmal winkte Mardy Fish mit Tränen in den Augen ins Publikum, dann begann für den Amerikaner die Tennis-Rente.

Der in den vergangenen Jahren immer wieder von Panikattacken gebeutelte Fish (33) sagte nach seinem Zweitrunden-Aus in fünf Sätzen gegen Feliciano Lopez (Spanien) bei den US Open wie angekündigt "Goodbye".  

"Ich werde diesen Abschied immer in Erinnerung behalten", meinte der Weltranglisten-581., der wegen seines offenen Umgangs mit seiner psychischen Erkrankung in den USA längst eine Ikone ist.

Fish hatte vor vier Jahren auf Platz sieben der Weltrangliste gestanden, litt danach aber an Angstzuständen und Herzrhythmusstörungen.

Panikattacken und mehr

Im März 2012 hatte er sogar um sein Leben gebangt. "Ich bin in der Nacht mit Herzrasen von ungefähr 170 bis 180 Schlägen pro Minute aufgewacht. Ich bin komplett in Panik geraten, ich dachte wirklich, ich sterbe", berichtete der ehemalige Davis-Cup-Spieler.

Fish, der auf der ATP-Tour sechs Turniere gewann, trug in den darauffolgenden Monaten ein Gerät, das seinen Herzschlag protokollierte.

Nach der Auswertung entschieden sich die Ärzte zu einer elektrophysiologischen Behandlung, um die Rhythmusstörungen in den Griff zu bekommen.

 Danach feierte Fish zwar ein erfolgsversprechendes Comeback, doch seine Ängste bekam der Sympathieträger nicht in den Griff. Noch heute wird er mit Medikamenten behandelt.

Angst, ins Flugzeug zu steigen

Sein Achtelfinale 2012 bei den US Open gegen Roger Federer (Schweiz) hatte er kurzfristig absagen müssen.

Jüngst erzählte Fish von den dramatischen Momenten in den Stunde vor dem Match. "Ich saß im Auto zur Anlage und hatte eine Panikattacke. Ich bin fast ausgeflippt", berichtete der Mann aus Los Angeles. 

Seine Frau fragte ihn, was ihm helfen würde. "Und ich habe gesagt: Das Einzige, was mir Erleichterung bringen würde, wäre es, das Match nicht zu spielen."

Fish trat nicht an - und konnte danach wegen immer wiederkehrender Angstzustände fünf Tage in kein Flugzeug steigen, um nach Hause zu fliegen.

Radikale Abmagerungskur

Zwischen Ende August 2013 und Anfang März 2015 hatte der Familienvater auf der ATP-Tour kein einziges Einzel bestritten.

Fish, US-Open-Viertelfinalist von 2008, hatte vor sechs Jahren mit einer radikalen Abmagerungskur für Aufsehen gesorgt.

Der einst über 100 Kilogramm schwere Fast-Food-Fan nahm innerhalb von zwei Monaten rund 15 Kilogramm ab.

Ins Hauptfeld der US Open war er dank einer Wildcard gekommen.

Cilic weiter ohne Satzverlust

Marin Cilic indes bleibt bei seiner Mission Titelverteidigung weiter ohne Satzverlust: Der an Position neun gesetzte Kroate zog durch ein 6:2, 6:3, 7:5 gegen den russischen Qualifikanten Jewgeni Donskoi in die dritte Runde ein.

Mit seinem 19. Ass beendete der 26-jährige Cilic das einseitige Match im Arthur-Ashe-Stadium nach 1:54 Stunden.

"Es ist eine tolle Erfahrung, einen Titel verteidigen zu können. Dieses Stadion und dieser Court sind etwas ganz Spezielles für mich", sagte Cilic, der mit seiner Leistung zufrieden war: "Ich habe sehr solide gespielt."

Im vergangenen Jahr hatte der 1,98 Meter große Cilic das Finale von Flushing Meadows gegen den Japaner Kei Nishikori gewonnen und seinen bislang einzigen Grand-Slam-Titel geholt.

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