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2015 U.S. Open - Day 4
Andrea Petkovic muss sich in der dritten Runde geschlagen geben © Getty Images

Die US Open sind für Andrea Petkovic nach Runde 3 beendet. Die Nummer 18 der Welt leistet sich gegen Johanna Konta viele Fehler und muss mit Kreislaufbeschwerden kämpfen.

Andrea Petkovic kämpfte, doch der eigene Körper machte ihr auf der schillerndsten Tennis-Bühne der Welt wieder einmal einen Strich durch die Rechnung. Geplagt von einer starken Erkältung verlor die Weltranglisten-18. ihr Drittrunden-Match bei den US Open und muss weiter auf den ersten Achtelfinaleinzug bei einem Grand-Slam-Turnier seit Juni 2014 warten.

"Als ich am Morgen aufgewacht bin, war ich total erkältet. In  Kombination mit der Hitze war dann nicht mehr viel zu machen", sagte Petkovic mit heiserer Stimme nach dem 6:7 (4:7), 3:6 gegen die Qualifikantin Johanna Konta (Großbritannien).

Petkovic völlig entkräftet

Stunden vor der Partie hatte die 27-jährige Petkovic noch versucht, die Beschwerden mit der Einnahme diverser Medikamente in der Griff zu bekommen. Doch vergeblich. "Nach langen Ballwechseln haben mir gleich die Beine gebrannt, und mein Puls ging viel schneller hoch als sonst. Ich hatte dann meine Koordination nicht mehr mehr im Griff", meinte Petkovic und berichtete, dass derzeit viele Profis an einem Infekt leiden.

Im zweiten Satz ließ die Darmstädterin die Physiotherapeutin auf den Platz kommen, weil sie völlig entkräftet war. Vor vier Jahren hatte Petkovic in New York schon einmal im Viertelfinale gestanden.

Doch gegen Konta, die Nummer 97 im WTA-Ranking, leistete sich die geschwächte Fed-Cup-Spielerin zu viele Fehler. Nach einer Verwarnung beim Stand von 3:4 im ersten Durchgang wegen Schläger-Missbrauchs machte Petkovic acht Punkte in Führung. Doch eine 5:4-Führung konnte sie nicht zum Satzgewinn nutzen.

Plötzlich "war der Ofen aus"

In der Folge war der French-Open-Halbfinalistin von 2014 die körperliche Beeinträchtigung anzumerken. Nach einem "Medical Timeout" beim Stand von 0:3, bei dem ihr unter anderem der Blutdruck gemessen wurde, schien sie sich noch einmal fangen zu können. Angefeuert von "Petko"-Sprechchören kämpfte die Hessin im Louis-Armstrong-Stadium um jeden Ball und wirkte plötzlich wieder fitter. "Aber ich konnte die Intensität in meinen Schlägen nicht halten. Dann war der Ofen aus", meinte sie.

Zwar wehrte Petkovic beim 1:5 drei Matchbälle ab und gewann die nächsten zwei Spiele. Am Ende brachte aber alles Aufbäumen gegen Konta nichts, die ihr 16. Match in Folge gewann und erstmals in der Runde der letzten 16 bei einem Major-Turnier steht.

Am Samstag kämpfen bei der mit 42,3 Millionen Dollar dotierten Hartplatz-Veranstaltung auch noch Angelique Kerber (Kiel/Nr. 11), Sabine Lisicki (Berlin/Nr. 24) und Mona Barthel (Neumünster) um den Sprung ins Achtelfinale. 

Bei den Männern musste kurz nach Petkovic die letzte deutsche Hoffnung Philipp Kohlschreiber (Augsburg/Nr. 29) die Segel streichen. Er unterlag dem Schweizer Rodger Federer glatt in drei Sätzen.

Petkovic hatte derweil mit einem Weiterkommen geliebäugelt. Eine günstige Auslosung schien dafür zu sprechen, dass sich ihr Strategie-Wechsel bereits in New York auszahlen könnte. Um bei Grand-Slam-Turnieren endlich wieder regelmäßig in die zweite Woche zu kommen, hatte die extrovertierte Rechtshänderin einige Veränderungen in Vorbereitung und Umfeld vorgenommen.

Beim letzten Grand Slam des Jahres zum Beispiel mied sie so oft wie möglich die hektische Players Lounge - mit all ihren Versuchungen und dem hohen Ablenkungspotenzial. "Ich versuche künftig, mit meiner Energie besser zu haushalten", erklärte die einstige Nummer neun der Welt.

Petko die Prinzessin im Big Apple

Und weil das so war, wurde sie manchmal auch zur Prinzessin im Big Apple. Dann ließ sich die Einser-Abiturientin von ihrer Physiotherapeutin Petra Winzenhöller das Essen mitbringen, anstatt es selbst aus dem Spieler-Restaurant zu holen.

Der Rückzug ins eigene Team soll perspektivisch wichtige Prozentpunkte generieren. Wichtige Tipps erhielt Petkovic übrigens auch in diesen Tagen von ihrem Ratgeber Boris Becker. Der dreimalige Wimbledonsieger ist Trainer von Branchenführer Novak Djokovic und bekommt täglich die Vorzüge des eingeschworenen "Teams Nole" hautnah mit.

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