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Sabine Lisicki scheiterte bei den US Open an der angeschlagenen Simona Halep
Sabine Lisicki war die letzte Deutsche im Turnier © Getty Images

Als letzte deutsche Spielerin scheitert Sabine Lisicki bei den US Open. Lisicki kann nicht von der Verletzung ihrer Gegnerin profitieren, ihr unterlaufen zu viele Fehler.

Am Labour-Day-Feiertag hat Sabine Lisicki ihre ganz persönliche US-Open-Party nur knapp verpasst und ist als letzter deutscher Profi im Achtelfinale ausgeschieden.

Gehandicapt von einer Knieverletzung und Krämpfen verlor die Weltranglisten-24. mit 7:6 (8:6), 5:7, 2:6 gegen die an Position zwei gesetzte Simona Halep.

Lisicki, der 72 unbedrängte Fehler unterliefen, vergab damit in New York eine große Möglichkeit, denn auch die Rumänin war von einer Oberschenkelzerrung stark behindert.

"Ich hatte alle Chancen zu gewinnen, aber dann kamen im zweiten Satz Krämpfe. Ich habe alles versucht, aber dagegen ist man einfach hilflos", sagte Lisicki und meinte: "Ich bin wahnsinnig enttäuscht."

Nach 2:38 Stunden verwandelte Halep im Louis-Armstrong-Stadium ihren ersten Matchball und sagte: "Sabine hat unglaublich gespielt. Es war ein verrücktes Spiel. Ich musste heute wirklich alles geben, um durchzukommen."

Damit muss Lisicki beim letzten Major-Turnier des Jahres weiter auf ihren ersten Viertelfinal-Einzug warten.

Die Fed-Cup-Spielerin begann hochkonzentriert und setzte Halep früh mit präzisen Aufschlägen und Grundlinienschlägen unter Druck. Vor den Augen ihres Freundes Oliver Pocher konnte Lisicki bei Temperaturen von 30 Grad Celsius allerdings zwei Spielbälle zur möglichen 5:2-Führung nicht nutzen.

Die letztjährige French-Open-Finalistin Halep steigerte sich in der Folge. Doch Lisicki behielt die Nerven und wehrte zunächst beim 4:5 sowie später im Tiebreak beim Stand von 5:6 jeweils eiskalt Satzbälle ab, ehe sie den Sack dann zumachte.  

Halep ließ sich danach am Oberschenkel behandeln. Die Beeinträchtigung war der 23-Jährigen vor allen Dingen beim Aufschlag anzumerken. Allerdings schlug Lisicki daraus zunächst zu wenig Kapital und gab den zweiten Durchgang ab.

Nach einer zehnminütigen Hitze-Pause fiel die Entscheidung, als Lisicki ihr Aufschlagspiel zum 2:4 abgab und danach nichts mehr entgegenzusetzen hatte.

Lisicki hatte sich zwei Tage zuvor in die Herzen der US-Fans gespielt, als sie gegen Barbora Strycova (Tschechien) einen 1: 5-Rückstand im dritten Satz noch aufholte. Die deutsche Nummer drei vergoss auf dem Grandstand viele Tränen. Es war großes Gefühlskino, so wie es die Amerikaner gemeinhin lieben. "Kämpfen lohnt sich halt", sagte die Wimbledon-Finalistin von 2013.

Dabei waren die US Open bislang alle andere als das Lieblingsturnier von Lisicki. Besonders schmerzhafte Erinnerungen hat die ehemalige Bollettieri-Schülerin an ihren Zweitrunden-K.o. 2009, als sie böse umknickte und sogar im Rollstuhl vom Platz geschoben werden musste.

Damit hat in der Grand-Slam-Saison keine der deutschen Spielerinnen ein Viertelfinale erreicht. Eine Bilanz, die auch Bundestrainerin Barbara Rittner nicht zufrieden stellt.

"Das tut schon weh. Aber ich denke nicht, dass es nochmal so ein Jahr bei den Majors geben wird", sagte die 42-Jährige, die ihren Mädels nach wie vor den großen Coup bei einem der vier Tournaments zutraut: "Denn ich weiß, was sie können."

Boris Becker indes musste in Flushing Meadows mehr zittern als erwartet, bis sein Schützling Novak Djokovic das Viertelfinale erreicht hatte.

Erst nach gut drei Stunden erlöste ihn der topgesetzte Serbe mit einem 6:3, 4:6, 6:4, 6:3 gegen Roberto Bautista Agut (Spanien/Nr. 25). Djokovic, der nun auf Feliciano Lopez (Spanien/Nr. 18) trifft, zerbrach aus Frust sogar seinen Schläger.

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