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2016 French Open - Day Fourteen
Garbine Muguruza hat erstmals die French Open gewonnen © Getty Images

Garbine Muguruza ringt Serena Williams im Finale von Paris nieder. Der 2-Satz-Sieg gegen die Titelverteidigerin ist ein historischer Triumph für die Spanierin.

Nachdem sich Garbine Muguruza zur neuen Sandplatzkönigin von Paris gekrönt hatte, warf sie ungläubig ihr Racket weg und ließ sich in die rote Asche plumpsen.

Die gefallene Regentin Serena Williams konnte da nur anerkennend nicken. "Es ist unmöglich, das mit Worten zu beschreiben, was heute passiert ist. Dafür arbeitest du ein Leben lang. Ich bin sehr glücklich", sagte die Weltranglistenvierte Muguruza nach dem 7:5, 6:4 im French-Open-Finale gegen die topgsetzte Branchenführerin Williams (USA).

Graf bleibt weiter an der Spitze

Die 34-Jährige verpasste damit nicht nur ihren vierten Roland-Garros-Sieg seit 2002, sondern auch die Chance, in Sachen Grand-Slam-Titel auf Open-Era-Rekordhalterin Steffi Graf (22) aufzuschließen.

Bereits bei den US Open 2015 und den Australian Open 2016, als sie das Finale gegen Angelique Kerber (Kiel) verlor, hatte Williams diese Möglichkeit verstreichen lassen. "Ich hatte heute viele Schwächen. Und Garbine hat besonders bei den 'Big Points' gut gespielt", lobte Williams.

Der Superstar saß bereits kurz nach Spielende ungeduscht in der Pressekonferenz - und war sichtlich genervt über ihr zweites verlorenes Major-Endspiel 2016.

Den silbernen Coupe Suzanne Lenglen stemmte dagegen Muguruza nach ihrem ersten Grand-Slam-Coup strahlend in den grauen Himmel und lauschte danach ehrfürchtig "ihrer" Hymne. "Ich bin auf Sand aufgewachsen. Für Spanien und mich ist das einfach unfassbar schön, weil es ein besonderes Turnier für uns ist", meinte die in Caracas geborene Tochter eines Basken und einer Venezolanerin.

Muguruzas Matchball nach 1:43 Stunden war bezeichnend. Ein Lob der 22-Jährigen landete auf der Linie. "Ich dachte er geht aus. Es war wohl der beste Matchball gegen mich, den ich je erlebt habe", sagte die offenbar von Adduktorenproblemen gehandicapte Williams. 

Nachfolgerin von Arantxa Sanchez-Vicario

Wimbledon-Finalistin Muguruza, die ein Preisgeld von zwei Millionen Euro einstrich, ist die erste Spanierin seit Arantxa Sanchez Vicario 1998, die das bedeutendste Sandplatzevent am Bois de Boulogne gewinnen konnte. 

Sprung auf Platz zwei der Weltrangliste

Muguruza wird nach ihrem ersten Coup im zweiten Grand-Slam-Finale ihrer Karriere auf Rang zwei der Weltrangliste klettern. Kerber, die in Paris bereits in ihrem Auftaktmatch gescheitert war, fällt vom dritten auf den vierten Platz zurück.

Nach einem nervösen Start ging Muguruza schnell mit 4:2 in Führung. Doch Williams, die sich gegenüber den Vortagen verbessert zeigte, holte sich das Break dank ihres nun mutigeren Spiels zurück. Kurz nachdem sie der Amerikanerin erneut den Aufschlag abgenommen hatte, nutzte Muguruza nach 56 Minuten ihren dritten Satzball mit ihrem achten direkten Gewinnschlag.

Auch in der Folge agierte die Spanierin aggressiv von der Grundlinie, spielte gute Winkel und ließ sich selbst von insgesamt neun Doppelfehlern nicht beirren. Wiederum erkämpfte sich Muguruza einen 4:2-Vorsprung. Williams, die insgesamt viermal ihren Aufschlag abgab, leistete sich mit der Vorhand viele unnötige Aussetzer und zog vor allem bei längeren Ballwechseln häufig den Kürzeren.

Lob beendet die Partie spektakulär

Zwar kam die Favoritin noch einmal auf 4:5 heran, doch die neue Paris-Königin Muguruza servierte cool zum Matchgewinn aus. Der Lob auf die Linie sorgte für das passende Ende.

Williams kassierte in ihrem insgesamt 27. Major-Finale die sechste Niederlage. Die French Open (drei Titel) bleiben für sie damit bis auf Weiteres das Grand-Slam-Tournament mit den wenigsten Erfolgen. Die Australian und US Open sowie Wimbledon hat Williams bislang jeweils sechsmal gewonnen.

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