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Novak Djokovic
Novak Djokovic bezwang im Finale der French Open Andy Murray in vier Sätzen © Getty Images

Novak Djokovic setzt sich im Finlale gegen Andy Murray durch und gewinnt erstmals die French Open. Mit dem Sieg in Paris steigt er in einen illustren Kreis auf.

Erst malte Novak Djokovic ein Herz in die rote Asche von Paris, dann verdrückte sein Coach Boris Becker sogar eine Träne.

Der Serbe hat erstmals auch die Herrschaft im Sandplatzreich Roland Garros übernommen und sich bei den French Open zum "Vollkommenen" gekrönt.

Der topgesetzte Djokovic gewann das Traumfinale gegen seinen Dauerrivalen Andy Murray (Großbritannien/Nr. 2) mit 3:6, 6:1, 6:2, 6:4 und komplettierte nach einer Machtdemonstration als achter Spieler in der Tennis-Historie seine Grand-Slam-Sammlung. (DATENCENTER: Ergebnisse)

"Das ist ein spezieller Moment für mich, vielleicht der beste meiner Karriere", sagte Djokovic. 

Zuvor hatte der neue Aschekönig wie einst der ehemalige Turniersieger Gustavo Kuerten (Brasilien) mit dem Racket ein überdimensionales Herz in den Sand gemalt. "Ich hatte 'Guga' extra gefragt, ob ich das darf", meinte der 29-Jährige.

Becker stolz auf seinen Schützling

In der Box applaudierte sein sichtlich gerührter Coach Becker stolz - und hatte sogar eine Träne im Knopfloch. Er selbst hatte fast alles, aber nie das bedeutendste Ascheturnier gewinnen können.

Sein Schützling Djokovic machte es dank einer grandiosen Leistungssteigerung nach dem ersten Satz besser und stemmte nach einer Spielzeit von 3:03 Stunden den mit zwei Millionen Euro dotierten "Coupe des Mousquetaires" in den grauen Himmel. Es war sein zwölfter Major-Erfolg seit 2008 - und der vielleicht wertvollste.

Auch Murray verneigte sich vor dem "Djoker": "Das ist heute sein Tag. Was Novak in den vergangenen zwölf Monaten erreicht hat, ist phänomenal. Es wird lange dauern, bis das wieder passiert", sagte er.

Damit hat Djokovic jedes der vier wichtigsten Turniere mindestens einmal gewonnen. Der Wahl-Monegasse ist der achte Spieler, dem der sogenannte Karriere-Grand-Slam gelang. Von den noch aktiven Profis gehören Roger Federer (Schweiz) und Rafael Nadal (Spanien) diesem illustren Kreis an.

Aufstieg in illustren Kreis

Djokovic ist zudem nach Don Budge (USA) und Rod Laver (Australien) erst der dritte Mann in der Tennis-Geschichte, der vier Major-Coups in Folge, allerdings nicht innerhalb eines Jahres holen konnte. Der Serbe ist damit aktuell der Titelträger sämtlicher Grand-Slam-Tournaments. Das Australian-French-Open Double hatte zuletzt Jim Courier (USA) vor 24 Jahren geschafft.

Murray, der erste Brite im Paris-Finale seit 79 Jahren, verlor gleich sein erstes Aufschlagspiel zu null, gewann dann aber vier Spiele in Serie. Der zunächst gehemmt wirkende Djokovic zeigte Schwächen auf der Vorhandseite. Mit seinem 13. unerzwungenen Fehler gab er den ersten Satz nach 46 Minuten ab.

Djokovic mit größeren Reserven

Danach steigerte sich die Nummer eins in eine fantastische Form, während Murray physisch stark abbaute. Der Schotte hatte bis zum Finale fünf Stunden mehr auf dem Court gestanden als Djokovic, dem in den folgenden Durchgängen jeweils frühe Breaks gelangen.

Murray gab insgesamt sieben Mal seinen Aufschlag ab und verlor vor den Augen von Hollywood-Star Leonardo DiCaprio immer mehr den Faden.

Zwar kam der Rom-Sieger im vierten Durchgang nach einem 2:5-Rückstand noch einmal auf 4:5 heran, doch Djokovic behielt nach zunächst zwei vergebenen Matchbällen die Nerven und profitierte bei Nummer drei von einem Fehler seines Gegners. Danach wusste er gar nicht wohin mit seinen Gefühlen und ließ sich zunächst in den Sand plumpsen.

Der frühere Wimbledon- und US-Open-Sieger Murray muss damit weiter auf seinen ersten Paris-Titel warten. Der 29-Jährige verpasste die Chance, als erster Brite seit Fred Perry 1935 die French Open zu gewinnen.

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