New York - Nachdem Tennis-Star Caroline Wozniacki mit letzter Kraft über die Ziellinie des New-York-Marathons gesprintet war, konnte Serena Williams ihre Emotionen nur schwer zurückhalten.

Mit Tränen in den Augen empfing die Weltranglistenerste ihre Freundin nach deren starkem Marathon-Debüt über die traditionellen 42,195 Kilometer.

"Mein Gott, ich hab gedacht, ich sterbe", keuchte Wozniacki nach dem Zieleinlauf: "Es war unglaublich, ich bin so glücklich, es geschafft zu haben. Ich habe noch nie etwas so Anstrengendes versucht."

Anspannung und Nervösität bei Wozniacki

Vor allem die Unwissenheit, was sie auf der Strecke erwarten würde, hatte an ihren Nerven gezehrt: "Wenn ich auf den Platz gehe, weiß ich, was mich erwartet und was ich tun muss. Hier wusste ich nur, dass ich einen Fuß vor den anderen setzen muss, bis man die Ziellinie sieht."

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Und dies schaffte sie bereits nach 3:26:33 Stunden. Damit erfüllte Wozniacki nicht nur ihre persönliche Vorgabe, unter der Marke von dreieinhalb Stunden zu bleiben.

Zudem kamen bei ihrem Lauf umgerechnet knapp 65.000 Euro für eine Wohltätigkeitsorganisation zusammen. Ein Großteil davon hatte Williams gespendet.

Alpträume vor dem Start

Vor dem Start hatte Caroline Wozniacki sogar von einem Alptraum berichtet, in dem sie das Rennen aufgegeben hatte und in einem Rollstuhl weggeschoben werden musste.

Dazu kam es in der Realität nicht - sehr zur Freude ihrer Konkurrentinnen auf dem Tennisplatz. Fast alle Topspielerinnen fieberten mit und beglückwünschten ihre Konkurrentin.

"3:26 Stunden? Heiliger Strohsack, echt gut gemacht", twitterte Andrea Petkovic.

Bei ihrem Auftritt in der US-Metropole kämpfte die 24-jährige Wozniacki aber nicht nur gegen den inneren Schweinehund, sondern auch gegen die Schatten der Vergangenheit.

Marathon statt Liebesfrust

Am kommenden Wochenende hatte die Dänin eigentlich Golfstar Rory McIlroy heiraten sollen: Im New Yorker Rockefeller Center. Doch der Nordire löste die Verlobung im Mai auf, die Einladungen waren bereits verschickt.

"Das Laufen hat mir definitiv geholfen, ich habe dadurch meinen Kopf frei bekommen", hatte Wozniacki im Vorfeld des Marathons erklärt. "Wer ist Rory?" schrieb die "Daily Mail" nach dem erfolgreichen Auftritt der Tennisspielerin.

Dabei lief die Vorbereitung nicht wie bei "normalen" Marathonläufern. Nur acht Tage vor dem Lauf hatte Wozniacki noch das WTA-Finale in Singapur (DATENCENTER: WTA-Weltrangliste) gespielt und war dort im Halbfinale in einem Krimi an Serena Williams gescheitert.

"Ich habe ungefähr alles das gemacht, was man vor einem Marathonlauf nicht machen sollte", erklärte Wozniacki: "Ich habe vor drei Tagen eine Halloween-Party besucht und bin erst um 4.00 Uhr morgens nach Hause gekommen."

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