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München - Den ersten Platz in der Weltrangliste zu verteidigen wird für Angelique Kerber eine Herkules-Aufgabe. Serena Williams lauert. Steffi Grafs Schicksal bleibt ihr erspart.

Seit Montag ist es offiziell: Angelique Kerber ist die beste Tennisspielerin des Planeten. Die zweifache Grand-Slam-Siegerin führt die Weltrangliste der WTA an.

Damit hat sich die Deutsche ihren Kindheitstraum erfüllt. "Heute ist der Tag gekommen, von dem ich geträumt habe. Es jetzt schwarz auf weiß zu sehen, dass ich die Nummer eins bin. Das ist etwas ganz Besonderes", sagte sie nach dem Sturz von Serena Williams, die den Thron 186 Wochen besetzt hatte.

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Dass die Deutsche zu recht ganz oben steht, untermauerte sie mit ihrem Final-Triumph über Karolina Pliskova. "Ich weiß, ich gehöre da jetzt wirklich hin", wusste Kerber ihre außergewöhnlichen Leistungen 2016 mit drei Grand-Slam-Finals und Olympia-Silber einzuschätzen.

Die 28-Jährige hat zudem angekündigt, den Platz an der Sonne möglichst lange verteidigen zu wollen. Doch das wird eine äußert schwierige Mission.

Grafs Schicksal bleibt erspart

Zwar hat sie in der 34-jährigen Williams in naher Zukunft nur eine echte Konkurrentin, doch die wird besonders heiß darauf sein, den Thron zurückzuerobern.

Mit 8730 Punkten rangiert Kerber knapp 1700 Zähler vor der US-Amerikanerin. Der Abstand zu Garbine Muguruza und Agnieszka Radwanska auf den Plätzen drei und vier beträgt schon fast 3000 Punkte.

Zumindest wird die nun zwei Wochen urlaubende Kerber nicht das Schicksal von Steffi Graf ereilen, die im August 1991 - wie neun weitere Spielerinnen in der Geschichte auch - nur eine Woche an der Spitze stand.

Das ist schon sicher, denn Williams laboriert an einer Knieverletzung und wird vorerst keine Turniere bestreiten. Es ist noch unklar, wann sie auf die Tour zurückkehrt.

Vielspielerin Kerber

Doch spätestens Anfang des kommenden Jahres wird Kerber wohl um jeden Punkt kämpfen müssen, um Williams' Angriff abzuwehren. Denn die Deutsche hat in der laufenden Saison bereits 22 Turniere absolviert, Williams nur 14.

Das bedeutet, dass sie viel mehr Punkte zu verteidigen hat. Denn in die Rangliste fließen immer nur die WTA-Events der letzten zwölf Monate inklusive des Finals ein. Fed-Cup-Spiele werden nicht herangezogen.

SPORT1 blickt voraus, wann Williams wieder an Kerber vorbeiziehen könnte.

Asien-Tour steht bevor

Kerber hat in  der vergangenen Saison bei den Turnieren nach den US Open in Tokio, Wuhan, Peking, Hong Kong sowie beim Finale in Singapur insgesamt 1215 Zähler gesammelt.

Williams nahm in dieser Zeit aufgrund einer Verletzung an keinem Wettbewerb teil. Sollte die Amerikanerin früher zurückkehren und Kerber das ein oder andere Turnier auslassen oder patzen, könnte es angesichts des Vorsprungs von 1680 Punkten bereits bei den Finals der acht Saisonbesten in Singapur eng werden.

Je nachdem wie schwer sich Williams' Lädierung herausstellt, könnte die Dominatorin der letzten Jahre auch erst 2017 (Die Topturniere der WTA-Tour live auf SPORT1 und SPORT1+) wieder einsteigen.

Nächster Showdown in Melbourne?

Dann sähe die Lage ähnlich aus. In Brisbane und Sydney erspielte Kerber Anfang dieses Jahres 360 Punkte für ihr Konto. Williams verzichtete auf Antritte bis zu den Australian Open, hat also nichts zu verlieren.

In Melbourne hat die Deutsche als Siegerin 2000 Zähler zu verteidigen, Finalgegnerin Williams 1300. Spätestens dann wird Williams jedoch wieder fit sein und alles dafür geben, um Kerber vom Thron zu stoßen.

Die Spekulationen sind selbstverständlich hinfällig, sollte Kerber ihr sensationelles Niveau halten können und von Turniersieg zu Turniersieg marschieren. Zuzutrauen ist es ihr bei ihrer derzeitigen Entwicklung.

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