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WTA: Maria Scharapowa wurde im Januar 2016 positiv auf Meldonium getestet
Maria Scharapowa wird beim Tennisturnier in Stuttgart ihr Comeback geben © Getty Images

Maria Scharapowa wird ihre Rückkehr ins Tennis in Stuttgart feiern - der WTA gefällt das. Doch einige Konkurrentinnen kritisieren die Wildcard für die Dopingsünderin.

Maria Scharapowa hat noch keinen Ball über das Netz geschlagen und dennoch gibt es bereits Ärger um die Weltklasse-Tennisspielerin, die im April von ihrer Dopingsperre zurückkehren wird.

Ihr erstes Turnier nach der 15-monatigen Strafe soll der Porsche Tennis Grand Prix in Stuttgart sein (22. April bis 30. April), dafür bekam die 29-Jährige eine Wildcard für die Hauptrunde.

Die WTA, der Verband der professionellen Tennisspielerinnen, hatte deswegen einen Tweet abgesetzt, der die Rückkehr Scharapowas zelebrieren sollte.

"'Tennis braucht Maria!' Maria Scharapowas Konkurrentinnen freuen sich auf ihre Rückkehr", las sich der Tweet.

© Screenshot/Twitter

Wildcard wird kritisch gesehen

Doch dass das Comeback von Scharapowa und vor allem der Erhalt der Wildcard nicht auf komplette Zustimmung der Konkurrenz stoßen, zeigte die Antwort von Alize Cornet.

Die Französin schrieb an die WTA adressiert nur: "Wie bitte...??" Beide Tweets wurden mittlerweile gelöscht, doch die Reaktion zeigt: Nicht allen ist die Behandlung der Doping-Sünderin durch die WTA lieb. Scharapowas Dopingsperre endet am 26. April. Am selben Tag steigt die Russin ins Stuttgarter Turnier ein.

Angelique Kerber, die ehemalige Nummer eins der Welt, versteht den Vorgang nicht. "Es ist ein bisschen merkwürdig, auch für die anderen Spieler", sagte die Deutsche, "dass jemand erst am Mittwoch ankommt und am Mittwoch spielt. Das ist ein bisschen komisch."

Kerber würde lieber eine deutsche Spielerin sehen. "Ich weiß nicht, wer auch noch Wildcards bekommt, aber für mich ist es ein bisschen komisch, weil es ein deutsches Turnier ist. Und nach meiner Meinung gibt es viele gute Deutsche und ich denke, ein paar von uns brauchen auch eine Wildcard, um in die Hauptrunde zu kommen."

Halep auf Scharapowas Seite

Normalerweise bekommen niedrig platzierte Spielerinnen aus dem Veranstaltungsland Wildcards für solche Turniere, aber eben auch ehemalige Siegerinnen. Scharapowa hatte das Turnier in Stuttgart von 2012 bis 2014 gewonnen, kommt für eine Wildcard also infrage.

Simona Halep stellt sich auch aus diesem Grund auf Scharapowas Seite. "Meiner Meinung nach kann sie Wildcards bekommen, weil sie die Nummer eins der Welt war, sie ist ein Grand-Slam-Champion. Aber ich denke, selbst wenn sie keine Wildcards bekommt, kann sie leicht zurückkommen", sagte die Rumänin.

Scharapowa war ursprünglich für zwei Jahre gesperrt worden, weil sie bei den Australian Open 2016 positiv auf Meldonium getestet worden war. Nachdem die 29-Jährige aber "einen gewissen Grad der Schuld" eingestanden hatte, wurde die Strafe auf 15 Monate reduziert.

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