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Table Tennis World Tour Korea Open In Incheon - Day 4
Steffen Mengel und das deutsche Team scheitern bei der WM schon früh © Getty Images

Die deutschen Herren scheitern bei der WM in Kuala Lumpur so früh wie seit 30 Jahren nicht mehr. Ohne die Leistungsträger Boll und Ovtcharov ist in der Vorrunde Schluss.

Die ersatzgeschwächten deutschen Tischtennis-Herren sind bei der Team-WM in Kuala Lumpur bereits in der Gruppenphase gescheitert.

Ohne den erkrankten Timo Boll verpasste der Vizeweltmeister mit dem 3:2 im letzten Gruppenspiel gegen Schweden den benötigten klaren Sieg zum Einzug in die Hauptrunde.

Nach Niederlagen gegen Frankreich und England (beide 1:3) war das schlechteste WM-Ergebnis seit 1985 (Platz 17) besiegelt, als Ruwen Filus und Steffen Mengel ihre Einzel gegen Kristian und Mattias Karlsson verloren.

Der Auftakterfolg von Bastian Steger über Jon Persson hatte zunächst noch Hoffnungen auf den nötigen klaren Sieg aufkommen lassen, die anschließenden Punkte von Filus und Steger waren ein schwacher Trost.

Roßkopf: "Nicht unser Anspruch"

"Wir sind ungemein enttäuscht", sagte Bundestrainer Jörg Roßkopf: "Das Ergebnis wird unserem Anspruch nicht gerecht, auch wenn die beiden Spitzenleute nicht zur Verfügung standen. Die Qualität der übrigen Spieler ist hoch genug, aber sie haben nicht ihre beste Leistung abgerufen und sind teilweise wohl auch mit der Drucksituation nicht fertig geworden. Daran müssen wir arbeiten."

Die Auswahl von Bundestrainer Jörg Roßkopf, die bei den Titelkämpfen auf den am Rücken verletzten Europameister Dimitrij Ovtcharov verzichten muss, muss als Vierter der Gruppe B nun in die Runde um die Plätze 13 bis 20. Erster Gegner ist dort der Sieger der Begegnung Weißrussland gegen Italien.

"Ein großer Schock"

Ovtcharov zeigte sich nach dem Debakel bestürzt: "Das ist natürlich ein hartes Ergebnis für uns, ein großer Schock", sagte er: "Ich habe das nicht für möglich gehalten."

Die Formschwäche des angeschlagenen Boll (34), der am Montag mit zwei Niederlagen gegen Frankreich enttäuscht hatte, macht Ovtcharov jedoch keine Sorgen: "Timo war nicht er selbst, als er gegen Frankreich gespielt hat. Er hatte wenig Energie und war schwer krank, dazu kam der Rückstand nach der Knie-OP letzten Herbst." Boll sei "ein begnadeter Spieler" und er davon überzeugt, "dass er seine Form bis Olympia noch steigern wird".

Auch hinsichtlich der angestrebten Team-Medaille bei den Sommerspielen in Rio (5. bis 21. August) bleibe er "immer noch optimistisch", so der Olympia-Dritte von 2012: "Die Erfolge in den letzten Jahren sind gestanden und gefallen mit der Form von Timo und mir. Wenn wir fit sind und unser volles Potenzial abrufen, sind wir das einzige Team hinter China mit zwei Top-10-Spielern."

Nur der Gruppensieger zieht automatisch ins Viertelfinale ein. Die zweit- und drittplatzierten Mannschaften der vier Sechsergruppen ermitteln in einer Zwischenrunde die vier weiteren Teilnehmer an der Runde der besten Acht.

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