vergrößernverkleinern
Zinedine Zidane Announced As New Real Madrid Manager
Noch zurückhaltend auf dem Transfermarkt: Real-Präsident Florentino Perez (l.) und Trainer Zinedine Zidane © Getty Images

München - Real Madrid hält sich mit Transfers zurück. Der Klub baut auf Kontinuität statt neue Stars und bricht mit einer langjährigen Tradition. SPORT1 macht den Transfer-Check.

Das Wort Sommerpause war für Florentino Perez stets ein befremdlicher Begriff, vor allem der zweite Teil des Wortes.

Der Präsident von Real Madrid hielt es jahrelang für selbstverständlich, nach jeder Saison alle verfügbaren Steine ins Rollen zu bringen, um einen noch größeren Superstar ins Santiago Bernabeu zu lotsen. 

Anders als regelmäßige Titelgewinne gehörte ein Transfer-Deal der galaktischen Marke dazu, er war so sicher wie das Amen in der Almudena-Kathedrale - bis 2015.

Zidane eifert Benitez nach

Ex-Trainer Rafael Benitez gelang es, dem Klub-Boss seinen traditionellen Umbruch auszureden. Besinnung statt Tohuwabohu, lautete das Motto. An genau diesem orientiert sich auch Benitez' Nachfolger Zinedine Zidane - trotz der Tatsache, als Spieler einer der Vorzeige-Galacticos von Perez gewesen zu sein.

Video

Der Trainer Zidane setzt vielmehr auf Kontinuität. Real gehört in der aktuellen Transferperiode bis dato nicht einmal zu den 20 ausgabestärksten Vereinen. Das für 30 Millionen Euro von Juventus Turin zurückgekaufte Eigengewächs Alvaro Morata ist bis jetzt der einzige Neuzugang.

"Mein Kader ist schwierig zu verbessern"

"Wir sind der aktuelle Champions-League-Gewinner. Mein Kader ist fantastisch und schwierig zu verbessern", betonte Zidane vor dem Auftakt der Königlichen beim International Champions Cup gegen Paris St. Germain (ab 1.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM).

Der 44-jährige Franzose sagte zwar auch, dass man nie wissen könne, was passiere. Zudem kommt der Transfermarkt in Spanien traditionell eher spät ins Rollen. Doch der Coach will an seinem Sieger-Team festhalten und nur an wenigen Schrauben drehen. SPORT1 gibt einen Überblick.

DAS PASSIERT MIT PAUL POGBA:

Auch wenn ihm sein französischer Landsmann "gefällt", ist Zidane keineswegs scharf darauf, einen Spieler für eine dreistellige Millionensumme zu verpflichten, den er nicht zwingend benötigt.

Er hat schließlich Toni Kroos. Anders als immer wieder auftauchende Gerüchte vermuten lassen könnten, denkt der DFB-Nationalspieler nach Informationen von SPORT1 nicht an einen Abschied aus Madrid.

Zidane weiß um die Wichtigkeit des Deutschen, ebenso wie um die Qualitäten von Luka Modric. Darüber hinaus stehen ihm mit den jungen Spaniern Isco und Marco Asensio zwei ambitionierte Mittelfeld-Talente zur Verfügung.

Pogba könnte nur zu einem Thema werden, sollte James Rodriguez den Verein verlassen. Real lehnte jedoch eine angebliche 85-Millionen-Offerte aus China für den Kolumbianer ab. "Ich werde hierbleiben und mich durchsetzen", kündigte Rodriguez zudem an.

DIESE BAUSTELLEN SIND NOCH OFFEN:

  • Real hat mit Casemiro hat nur einen klassischen Sechser. Zidane testet zurzeit im US-Trainingslager das Eigengewächs Marcos Llorente. Gut möglich, dass hier noch einmal nachgerüstet wird. Der Portugiese William Carvalho von Sporting Lissabon gilt als Option.
  • Marcelo ist der einzige fitte Linksverteidiger im Kader. Fabio Coentrao steht zwar nach seiner Leihe beim AS Monaco vor einem Comeback in Madrid, fehlt aber noch bis November verletzungsbedingt. Es ist nicht auszuschließen, dass Real hier noch etwas macht - auch wenn Bayerns David Alaba nicht zu haben ist.
  • Innenverteidiger Nacho Fernandez verhandelt mit dem AS Rom über einen Wechsel. Trotz des Verbleibs von Raphael Varane müsste Real noch einmal auf dem Markt aktiv werden, da sich Nacho stets als verlässliche Alternative erwies, wenn die routinierten Sergio Ramos oder Pepe passen mussten.
  • Jese Rodriguez, Martin Ödegaard und Mateo Kovacic dürfen und sollen auf Leihbasis abgegeben werden. Die Madrilenen würden ihre Talente am liebsten in der Bundesliga unterbringen.

DIESE BAUSTELLEN SIND GESCHLOSSEN:

  • Die Suche nach einer Ergänzung und einem Konkurrent für Karim Benzema, Gareth Bale und Cristiano Ronaldo ist dank Moratas Rückkehr beendet. Zwar trudeln immer wieder Angebote aus der Premier League für den 23-Jährigen in Madrid ein, doch Zidane plant fest mit ihm.
  • Auf der Torwart-Position herrscht - anders als 2015 - kein Bedarf. Keylor Navas hat die ständigen Gerüchte um Spaniens Nationalkeeper David de Gea mit starken Leistungen beendet und den Verein von seinen Fähigkeiten überzeugt.
teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel