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Wegen seiner frauenfeindlichen Statements von vielen US-Sportlern kritisiert: US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump © SPORT1-Grafik: Paul Hänel/Getty Images

US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump tut seine frauenfeindlichen Aussagen als Gespräche aus der Umkleidekabine ab. Viele Sportstars reagieren erbost.

Donald Trump hat sich mit seinen jüngsten Aussagen den Unmut von zig Profisportlern zugezogen.

Nachdem sich selbst unzählige Republikaner zuletzt vom Präsidentschaftskandidaten der USA distanziert hatten, reagierten nun gleich mehrere Athleten auf Trumps Kommentare zum so genannten "Locker-Room-Talk".

Hintergrund: Vor drei Tagen hatte eine Tonband-Aufnahme von 2005 die Runde gemacht, auf der Trump damit prahlt, Frauen ohne ihr Einverständnis küssen und begrapschen zu können.

Bei der zweiten TV-Debatte mit Kontrahentin Hillary Clinton verpasste Trump am Montag die Möglichkeit, sich aufrichtig für seine Aussagen zu entschuldigen und Reue zu zeigen.

Trump spielt frauenfeindliche Äußerung herunter 

Stattdessen spielte er den Vorfall sogar als "Locker-Room-Talk" herunter. Als Aussagen, die eben ab und an mal in Umkleidekabinen fallen würden.

Klar ist: Der Sprachgebrauch in Umkleidekabinen ist selten für Kinderohren, manchmal wohl auch nicht für Frauenohren geeignet.

Es wird geflucht, teilweise fallen auch geschmacklose Worte. Die Kabinengespräche, die Trump erwähnt, sollen in der Sportwelt wohl aber nicht stattfinden.

Das zumindest behaupten mehrere Stars aus den US-amerikanischen Profiligen.

Reaktionen erbost bis verwundert

Dodgers-Pitcher Brett Anderson, Chiefs-Receiver Chris Conley, Clippers-Guard Jamal Crawford und die früheren NFL-Spieler Donte Stallworth und Chris Kluwe reagierten auf Twitter direkt erbost oder verwundert.

 Viele weitere folgten ihrem Beispiel.  

"Ich weiß nicht, in was für einer Umkleide er gewesen ist", sagte etwa der dreifache NBA-Champion Udonis Haslem: "Solche Gespräche gibt es bei uns nicht."

Auch NBA-Coach Doc Rivers erbost

Dem schloss sich Doc Rivers, Trainer des NBA-Teams Los Angeles Clippers, an. "Es wird viel geflucht. Aber es wird niemand erniedrigt. Es gibt genügend Spieler mit Schwestern, Frauen und Töchtern", so Rivers: "Es sind fürchterliche Aussagen, die abwertend gegenüber Frauen sind."

Victor Oladipo von den Oklahoma City Thunder erklärte, der Locker Room sei ein "heiliger Ort", doch er habe noch nie etwas in diese Richtung gehört.

Das sah auch Baseballer Sean Doolittle so. "Als Profisportler bin ich schon mein ganzes Erwachsenenleben unterwegs, aber uh, das ist kein Locker-Room-Talk."

Aber: "Männer machen das" 

Andere glauben in Trumps Aussagen allerdings ein generelles Problem aufgezeigt.

"Er meinte damit: 'Das ist das, was Männer sagen", sagte Cheryl Reeve vom WNBA-Team Minnesota Lynx: "Und das Problem ist: Männer machen das." 

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