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Die North Carolina Tar Heels machen die Finalniederlage aus dem Vorjahr wieder gut und holen sich den US-College-Titel dank eines grandiosen Schlussspurts.

Revanche geglückt: Dank eines unnachahmlichen Schlussspurts haben sich die North Carolina Tar Heels den Titel in der US-amerikanischen Meisterschaft im College Basketball geholt.

Noch im Vorjahr hatte sich die ehemalige Universität von NBA-Legende Michael Jordan in einem dramatischen Finale den Villanova Wildcats in letzter Sekunde geschlagen geben müssen. Jetzt bestiegen die Tar Heels durch ein 71:65 (32:35) gegen die Gonzaga Bulldogs zum sechsten Mal den College-Thron.

"Die Jungs wollten unbedingt Wiedergutmachung", freute sich North Carolinas Coach Roy Williams für seine Spieler. "Ich habe es in der Umkleidekabine an die Tafel gehängt: Wir mussten heute hartnäckig sein und das haben wir geschafft."

North Carolina war vor 35 Jahren mit Jordan in seinen Reihen der damals zweite Titelgewinn der College-Historie gelungen. Durch den nun sechsten Triumph sind die Tar Heels in der ewigen Bestenliste alleiniger Dritter hinter UCLA (11) und Kentucky (8).

Jackson leitet die Wende ein

Dabei lag North Carolina bis knapp zwei Minuten vor Schluss sogar zurück. Justin Jackson leitete mit einem Dreipunktspiel zum 66:65 aber die endgültige Wende ein. Danach ließen Jordans Erben keinen einzigen Punkt mehr zu und machten die bittere Finalpleite aus der Vorsaison vergessen.

Ein Spiel für Basketball-Feinschmecker war das March-Madness-Finale indes nicht, dafür stand für beide Teams einfach zu viel auf dem Spiel. Bei insgesamt 44 Fouls und 52 Freiwürfen kam nie wirklich Spielfluss auf. Erst im zweiten Abschnitt bekamen die Tar Heels das zerfahrene Spiel besser in den Griff, obwohl sie gerade einmal vier ihrer 27 Dreipunktwürfe trafen.

Berry sorgt für Meilenstein

Überragender Akteur vor 76.168 Zuschauern im University of Phoenix Stadium war North Carolinas Joel Berry II mit 22 Punkten und sechs Assists. Schon im Vorjahresfinale hatte er 20 Punkte erzielt. Eine solche Leistung in zwei aufeinander folgenden Jahren hatte seit 45 Jahren kein College-Spieler mehr geschafft. Der Junior wurde im Anschluss zum besten Spieler des NCAA Tournament Final Fours gewählt.

"Meine Teamkollegen haben an mich geglaubt. Sie haben gesagt, dass ich weiter Druck machen soll. Ich hätte es nicht ohne sie geschafft. Ich war nicht bei hundert Prozent, aber ich habe alles gegeben", sagte Berry, der sich während des Turniers beide Handgelenke verstaucht hatte. "Ich wollte unbedingt sehen, wie das Konfetti auf uns herunter regnet."

Für Coach Williams, der einst selbst Student der UNC war, war es bereits der dritte March-Madness-Titel. Noch kein College-Coach vor ihm konnte bislang so viele Siege mit seiner Alma Mater einfahren.

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