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München - Sam Darnold ist der neue Stern des College Football. 2018 könnte er Top-Pick des NFL-Drafts werden. Teams schenken für den "jungen Aaron Rodgers" schon ab.

Er ist die Definition des Sunny Boys aus Südkalifornien.

Quarterback der USC Trojans, Mädchenschwarm und fast schon zu cool für die Sportwelt: Sam Darnold ist mit gerade einmal 20 Jahren der größte Star von Los Angeles - trotz des Wirbels um Lonzo und LaVar Ball bei den Lakers sowie zweier NFL-Teams in der Stadt der Engel.

Rose Bowl Game presented by Northwestern Mutual - USC v Penn State
Quarterback Sam Darnold wird eine große Karriere in der NFL vorausgesagt © Getty Images

Nach neun Siegen aus zehn Starts und einer Gala samt MVP-Auszeichnung im Rose Bowl ist der Hype um Darnold kaum noch aufzuhalten. (College Football im LIVE FREE-TV auf SPORT1 und auf SPORT1 US )

Überspitzt formuliert scheint die halbe NFL die Saison 2017 bereits abzuschenken, um sich im Draft 2018 die erste Position zu sichern.

"Er könnte der beste Quarterback werden, den USC je hatte. Er ist so gut", sagt NFL-Experte und Ex-Quarterback Sean Salisbury bei Bleacher Report.

NFL-Scouts schwärmen von Darnold

Ein großes Lob, denn für die Trojans spielten schon richtig große Namen wie zum Beispiel Carson Palmer (Arizona Cardinals).

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Völlig unrealistisch ist die Einschätzung aber nicht, denn Darnold zeigte 2016 herausragende Qualitäten. Noch mehr als die 3086 Yards, 31 Touchdowns bei nur neun Interceptions beeindruckten die NFL-Scouts aber sein richtig starker Wurfarm mit beeindruckender Genauigkeit für einen komplett unerfahrenen Spielmacher.

"Für mich ist sogar seine Wurfbewegung noch wichtiger. Klar hat er Power, aber der Wurf geht ihm scheinbar so leicht von der Hand, der Ball geht schnell raus. Das brauchst du in der NFL. Außerdem ist er durchaus mobil, vielleicht nicht wie ein Marcus Mariota, aber durchaus wie ein junger Aaron Rodgers", sagt ein NFL-Scout bei SPORT1 (offiziell dürfen sich Scouts in der Regel nicht äußern).

Jets, Bills, 49ers stehen Schlange

Wenig verwunderlich, dass vor allem die New York Jets sich die Finger nach ihm lecken, ihren kompletten Kader verramschten und kaum mehr  als zwei, drei Spiele gewinnen werden.

Aber auch die Buffalo Bills, Jacksonville Jaguars oder San Francisco 49ers - um die Teams mit dem größten Loch auf Quarterback zu nennen – scheinen durchaus schlecht genug zu sein, um am Ende den großen Preis abzugreifen.

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Schon macht in den sozialen Netzwerken und bei Fans das Motto #TankForSam die Runde. Darnold selbst richtete bereits bei ESPN einen Appell an die Teams: "Ich glaube nicht, dass Teams wegen mir ihre Saison wegschmeißen sollten."

Noch 2018 am College?

Das ist natürlich ein Selbstschutz-Mechanismus. Zudem will Darnold natürlich nicht bei einem komplett talentfreien Katastrophenteam landen. Es könnte aber auch sein, dass er 2018 noch gar nicht in die NFL wechselt.

Theoretisch könnte er 2018 noch am College bleiben und noch mehr Erfahrung sammeln.

Als warnendes Beispiel könnte Mark Sanchez dienen, der einst nach nur einer Saison als Starter für USC in die NFL ging und bei den Jets nach solidem Auftakt schnell in die Kritik geriet (Stichwort: Butt Fumble).

USC-Quarterback ist der Star in L.A.

Ein zusätzliches Jahr am College könnte Darnold immens helfen und ihn auch als Person reifen lassen. Für einen 20-Jährigen kann ein solcher Blitzaufstieg durchaus auch zu viel werden.

In der vergangenen Saison rutschte er als relativ unbekannter Youngster nach drei Partien in die Startformation - und ins Rampenlicht. Denn der USC-Quarterback hat in L.A. eine Sonderstellung.

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Umso wichtiger ist der familiäre Rückhalt. Papa Mike (selbst Footballspieler am College) ist diesbezüglich ganz wichtig. Mit den Aktivitäten des größenwahnsinnigen Basketball-Vaters LaVar Ball kann er nichts anfangen: "Das hasse ich."

Extrem cooler Typ

So tritt auch der Sohn auf. Keine auffälligen Tattoos oder markige Statements, dafür strahlt er aber extremes Selbstvertrauen und Coolness aus. Sein Spitzname "Flatline" passt perfekt. Darnold bringt nichts aus der Ruhe.

"Das war schon früh wichtig, weil teilweise der Druck im Sport schon groß war", betont Darnold. Nicht jeder Vater engagiert schließlich für einen achtjährigen Knirps ein Wurfguru für 200 Dollar die Stunde.

Letztendlich wird die Saison den Weg weisen. Spielt Darnold erneut ein solches Jahr wie 2016, kann er kaum ans College zurückkehren. Denn in der High School galt er als durchaus verletzungsanfällig - ein zusätzliches Jahr für USC erscheint da zu risikoreich.

Egal wann er in die NFL wechselt, seinen Großvater Dick Hammer hat er als berühmtesten Mann der Familie bereits überholt. Der spielte einst den "Marlboro Man". Wenn er seinen Weg weitergeht, wird Sam bald seine eigenen Werbespots bekommen

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