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Gorgui Dieng spielt seit 2013 für die Minnesota Timberwolves

Von Eric Böhm

München/Minnesota - Ante Tomic gehört zum Besten, was Europa auf der Center-Position zu bieten hat.

Doch an diesem Abend ließ ihn ein junger Senegalese ganz alt aussehen. Gorgui Dieng dominierte den Kroaten an beiden Enden des Feldes und schenkte ihm im direkten Duell mal eben 27 Punkte ein.

Mit bärenstarken 16 Punkten und 10,7 Rebounds pro Partie war er der Hauptgarant für den überraschenden Siegeszug der Senegalesen bei der WM in Spanien, der erst im Achtelfinale gegen den Gastgeber endete.

Nun steht der 24-Jährige vor seiner zweiten Saison in der besten Basketball-Liga der Welt und will auch dort für Furore sorgen. (Alles zur NBA auch bei SPORT1 im Free TV - Do. 18 Uhr "Inside US Sports").

Nach dem Abgang von Franchise-Player Kevin Love in Richtung LeBron James und den Cleveland Cavaliers dürfte er bei den Minnesota Timberwolves künftig deutlich mehr Einsatzzeit bekommen.

Vor dem Auftakt in die neuen NBA-Saison spricht er im Interview mit SPORT1 über das Jahr eins nach Kevin Love, afrikanische Big Men in der NBA und Deutschlands Superstar Dirk Nowitzki.

SPORT1: Herr Dieng, der Abschied von Kevin Love hat die Offseason in Minnsota dominiert. Sie haben jetzt einen komplett neuen Kader mit einem sehr jungen Kern. Ist das Team schon aufeinander abgestimmt?

Gorgui Dieng: Wir versuchen als Team so schnell wie möglich zusammenzuwachsen, aber wir haben sehr viele junge Spieler und müssen uns natürlich noch einspielen.

SPORT1: Love ist natürlich ein großer Verlust. Dafür kamen einige hochtalentierte Spieler wie Andrew Wiggins, Zach LaVine oder Anthony Bennett dazu. Wie machen sich die Jungs?

Dieng: Ich freue mich darauf, mit ihnen zu spielen. Ich hoffe wir kommen gut miteinander zurecht und können die Wolves zu einem besseren Team machen. Wir arbeiten alle sehr hart und versuchen, immer besser zu werden.

SPORT1: Sie haben mit Louisville bereits eine College-Meisterschaft als einer der Schlüsselspieler gewonnen. Ohne Love werden Sie nun auch eine wichtigere Rolle bei den Wolves übernehmen. Sind Sie bereit für diese Herausforderung?

Dieng: Ich mag solche Herausforderungen. Aber ich weiß auch, dass ich mich selbst weiterhin verbessern muss. Ich fühle mich bereit für diesen Schritt und hoffe auf eine bessere Saison.

SPORT1: Mit Ihren starken Leistungen bei der WM als Scorer und einer der besten Rebounder haben Sie rund um die Welt für Aufsehen gesorgt. Können Sie diesen Schwung jetzt in die NBA-Saison mitnehmen?

Dieng: Die gute WM hilft mir sehr. Ich habe mich im Team sehr wohl gefühlt und spiele nun mit viel mehr Selbstvertrauen.

SPORT1: Wie kamen sie zu ihrem Vornamen Gorgui, der in Ihrer Muttersprache "der Alte" bedeutet?

Dieng: Im Senegal ist es üblich, dass man Leute, die man nicht mit dem Vornamen kennt, am Anfang mal als "Gorgui" anspricht. So war es auch in meinem Fall. (SHOP: Jetzt Basketball-Artikel kaufen)

SPORT1: Wo sehen Sie Ihre größten Stärken?

Dieng: Ich sehe mich als Teamplayer, der alles dafür tut, damit mein Team gewinnt. Wenn ich scoren muss, tue ich das, aber ich bin vor allem dazu da, in der Verteidigung den Korb zu beschützen.

SPORT1: Afrikanische Big Men werden oft mit Hakeem Olajuwon oder Dikembe Mutombo verglichen. War einer der beiden auch für Sie ein Kindheitsidol?

Dieng: Nein, eigentlich nicht. Ich habe mich immer auf mich konzentriert. Aber ich habe vor den Jungs natürlich den größten Respekt, sie gehören zu den größten Basketballer in der Geschichte Afrikas.

SPORT1: Der deutsche Profi Dennis Schröder spricht immer darüber, wie hilfreich Dirk Nowitzki für ihn in der NBA ist. Stehen Sie mit den anderen Spielern aus Afrika wie Serge Ibaka auch in Kontakt?

Dieng: Ja, ich stehe in engem Kontakt mit DeSagana Diop, der für Dallas gespielt hat und jetzt in Charlotte aktiv ist. Auch mit Luc Mbah a Moute spreche ich hin und wieder.

SPORT1: Sie spielen mit J.J. Barea und Corey Brewer zusammen, die an Dirk Nowitzkis Seite 2011 NBA-Meister wurden. Was halten Sie von ihm?

Dieng: Dirk ist ein großartiger Spieler. Ich war schon in Deutschland und habe dort bereits mit seinem Coach Holger Geschwindner gearbeitet. Damals war auch Dirk dabei. Ich respektiere ihn und schaue zu ihm auf und er weiß das auch. Ich habe eine Menge von ihm gelernt.

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