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Steph Curry
Stephen Curry bricht mit den Golden State Warriors einen Rekord nach dem anderen © Getty Images

München - Steph Curry steckt die NBA in Brand und bricht Rekord um Rekord. Sein Aufstieg beschleunigt die Revolution der NBA zur Shooter-Liga. Kann den Dominator nur eine Regeländerung stoppen?

Es sind Leistungen wie im Videospiel, mit 46 Punkten und seinem aberwitzigen Gamewinner gegen die Oklahoma City Thunder aus zwölf Metern setzte Steph Curry seine unfassbare Rekordjagd am Sonntag auf beeindruckende Art und Weise fort und versetzte die gesamte NBA ins Staunen.

Und das alles mit einer schon fast lächerlich wirkenden Leichtigkeit – bei Currys Wahnsinns-Saison gehen einem so langsam die Superlative aus.

Einst wurde der Aufbauspieler an seinem wenig angesehenen Davidson College nicht groß beachtet, für zu klein und zu schmächtig befunden - jetzt ist er der Posterboy einer Revolution, die die NBA in den letzten Jahren immer schneller und immer krasser verändert hat.

Curry führt die Legion der Dreierschützen an

Die Erfolgsformel? Dreier, Dreier, Dreier.

Curry hat diese Entwicklung zwar nicht ausgelöst - den Trend zu mehr und mehr Dreiern gibt es seit Jahren - aber der todsichere Schütze hat die Liga zusammen mit seinen Warriors endgültig in ein neues Dreier-Zeitalter katapultiert.

Fast 24 Mal pro Partie drückt ein NBA-Team heuztzutage im Schnitt aus der Distanz ab (die Warriors sogar 30 Mal) und nimmt damit fast zehn Dreier mehr als noch 2001. Das bedeutet pro Partie 48 Dreier, in jeder Spielminute ein Distanzwurf.

Schon jetzt fallen mehr Dreier als jemals zuvor. Der Rekord liegt bei 55.137 Dreiern in einer Spielzeit, nach einer ESPN-Hochrechnung könnten es jetzt 58.500 werden.

Den eigenen Rekord pulverisiert

Seit 2012 (18,4 Versuche) findet diese Entwicklung immer rasanter statt. Jedes Jahr wurde es mindestens ein Dreier mehr.

Keiner verkörpert diesen Trend besser als Curry, der mit 288 Dreiern schon jetzt seinen eigenen Rekord aus der Vorsaison (286) pulverisiert hat - denn noch sind 24 Spiele übrig.

Der zweitbeste Schütze dieser Saison, Currys Teamkollege Klay Thompson, hat "nur" 179 Dreier auf dem Konto - über 100 weniger als Flammenwerfer Curry.

Angeführt von den "Splash Brothers" überrennen die Warriors mit ihrem Small Ball, vielen Schützen, kaum noch klassischen Big Men und hoher Spielgeschwindigkeit die Liga. Angesichts des Erfolgs des NBA-Champion wollen immer mehr Teams genauso spielen.

Wie soll man Curry stoppen?

Weil eben aber keine Kopie so gut ist wie das Original (die Warriors treffen den Dreier mit 42 Prozent deutlich besser als alle anderen Teams), hat die NBA ein Problem: Wie zur Hölle soll man diesen Steph Curry und diese Warriors auf ihrer Rekordjagd stoppen?

Dirk Nowitzkis Boss Mark Cuban von den Dallas Mavericks hat sich jetzt für eine Verschiebung der Dreierlinie um bis zu 17 Zentimeter nach hinten ausgesprochen, um das Treffen schwerer zu machen.

"Es ist mittlerweile zu nah", meinte der 57 Jahre alte Milliardär: "Ich denke, es gäbe dann nicht weniger Würfe, aber das Können würde mehr belohnt, und mehr Raum auf dem Feld würde frei."

Cubans Vorschlag läuft ins Leere

Genau der Punkt Können sorgt aber dafür, dass dieser Vorschlag als Gegenmaßnahme für den aktuellen Dreier-Trend bei Curry komplett ins Leere läuft. Denn gerade von ganz weit weg trifft der "Baby-faced Assassin" um Welten besser als die restliche NBA.

11 von 22 Versuchen aus über 12 Metern hat Curry diese Saison getroffen und netzt damit 50 Prozent der langen "Bomben". Der gemeine NBA-Profi trifft diese Saison 35 Prozent - von hinter der Dreierlinie. Die liegt bei 7,24 Metern.

Currys elf Dreier vom Parkplatz sind natürlich auch ebenfalls Bestmarke in dieser Saison. Kein anderer Spieler hat mehr als zwei Treffer aus über 12 Metern.

Die NBA muss sich also etwas anderes überlegen, um Dominator Curry zu stoppen.

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