vergrößernverkleinern
Miami Heat v Los Angeles Lakers
D'Angelo Russell bekommt nach der heimlichen Videoaufnahme von Nick Young mächtig Gegewind © Getty Images

München und Los Angeles - Lakers-Rookie Russell leidet nach dem Video-Fiasko und wird von den eigenen Fans ausgebuht. Der Youngster klagt über den Hass, ein Ex-Profi fordert gar seinen Trade.

Ausgebuht und gehasst - nach dem Video-Fiasko um Nick Young erlebt Lakers-Rookie D'Angelo Russell einen wahren Spießrutenlauf.

Weil er seinen Teamkollegen zu dessen Frauengeschichten ausgefragt und heimlich gefilmt hatte, wurde NBA-Neuling Russell beim Spiel gegen die Miami Heat von den eigenen Fans bei seiner Vorstellung gnadenlos ausgebuht. (Die NBA auf LIVE im TV auf SPORT1 US )

"Es geht mir so schlecht wie nur irgend möglich", klagte er bereits vor dem Spiel und bereute seinen Fehler: "Ich bin auf Nick zugegangen, um mich bei ihm zu entschuldigen. Ich weiß nicht, ob er das angenommen hat. Ich könnte es ihm nicht vorwerfen, wenn er es nicht tut." Young wollte sich zu dem Thema nicht äußern.

Russell klagt über Hass

Nach dem Spiel und den Buhrufen der eigenen Anhänger erklärte Russell: "Ich kann mein Gesicht gerade nirgendwo zeigen, ohne dass micht die Leute hassen. Ich versuche auf die richtige Art und Weise mit der Situation umzugehen und mich daran zu erinnern, warum ich hier bin - um Basketball zu spielen."

Superstar Kobe Bryant gab dem jungen Hoffnungsträger einen philosophischen Rat: "Mit solchen Widrigkeiten klar zu kommen, ist immer hart, gerade bei so einer Gruppen von jungen Typen. Aber es gibt immer einen Lichtschimmer, auch wenn es am dunkelsten ist. Auch wenn du ihn gar nicht sehen kannst."

(Alles zum US-Sport auch am Mi., 23.30 Uhr im Free-TV auf SPORT1 in Inside US Sports)

Ex-Profis prangern Vertrauensbruch an

Zahlreiche Ex-Profis gehen nach dem Vertrauensbruch dagegen hart mit Russell ins Gericht.

Miami Heat v Los Angeles Lakers
Nach der Videoaufnahme ist D'Angelo Russell (M.) nicht nur bei Nick Young unten durch © Getty Images

"Wäre das bei einem NFL-Team passiert, wäre ich nicht überrascht, wenn es zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen wäre", meinte beispielsweise Jeff Saturday, 13 Spielzeiten lang Profi bei den Indianapolis Colts und Green Bay Packers und heute Analyst bei ESPN.

Sein ESPN-Kollege Antonio Davis, der 13 Jahre lang in der NBA gespielt hat und zwischenzeitlich Präsident der Spielergewerkschaft war, hält es sogar für möglich, dass Russell gehen muss. (Der Spielplan der NBA)

"Wir waren früher im Team wie Brüder. Es sagt viel über Russell aus, wenn er einem Bruder das antut", meinte Davis: "Es könnte so schlimm werden, dass man ihn traden muss. Wäre ich in dem Team, würde ich mich weigern, mit ihm zusammenzuspielen. Es wäre schwer für mich, auch nur in der selben Umkleide zu sitzen.

Russell zeigt Reue

"Ich habe das Vertrauen des gesamten Teams verloren", gibt sich der Sünder selbst einsichtig und beteuert: "Ich werde mir den A.... aufreißen, um es mir wieder zu verdienen. Denn das brauchst du, um ein Gewinnerteam zu sein."

Isoliert fühlt sich Russell aber trotzdem nicht. "Nein, das würde ich nicht sagen", meinte er auf Nachfrage: "Die Stimmung ist gerade schlecht, aber wir sind alle nur Menschen. Jeder hat seine Meinung. Wir müssen einfach reinen Tisch machen."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel