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Cleveland Cavaliers v Detroit Pistons Game Four
Kyrie Irving (l.) und LeBron James stehen unter Druck © Getty Images

München - Die Cleveland Cavaliers stehen vor Spiel 3 (LIVE auf SPORT1 US) gegen die Golden State Warriors unter Druck. LeBron James braucht Unterstützung, der bisher glanzlose Kyrie Irving ist gefordert.

Auf dem Court glänzten bei Kyrie Irving zuletzt nur die Schuhe.

Ja, die speziell fürs Finale aufgelegte gold-schwarze Sonderedition mit den Initialen "KI" konnte sich durchaus sehen lassen. Aber ansonsten gab Irving in den ersten zwei Spielen gegen die Golden State Warriors (Spiel 3 Do., 3 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US) ein desaströses Bild ab.

Schlechte Zahlen und öffentliche Schelte

Seine Zahlen: Nur 33 Prozent getroffene Würfe, lediglich ein verwandelter Dreier, kaum verteilte Pässe (2,5 Assists im Schnitt) und zu viele Ballverluste, in Spiel 2 kam er nicht mal an die Freiwurflinie – und das sind nur die Offensiv-Defizite.

Noch schlechter präsentierte sich Irving in der Verteidigung, ohnehin nicht seine Stärke. Dass seine Gegner im Schnitt zwei von drei Würfen trafen, ist selbst für den offensiven Spielmacher ungewöhnlich schlecht. Und wenn neben Stephen Curry und Draymond Green plötzlich auch Gegenspieler Shaun Livingston auftrumpft, wie in Spiel 1, muss sich eine Mannschaft ernsthaft Sorgen machen.

Zuletzt kritisierte sogar Trainer Tyronn Lue seinen Schützling öffentlich: "Er kann nicht acht, neun Sekunden mit dem Ball dribbeln", motzte Lue. "Er muss schneller, genauer und aggressiver agieren."

(Alles zu den NBA-Finals in Inside US Sports: Mi, 23.30 Uhr im TV auf SPORT1)

Irving als Schlüssel zum Titel

Auch in Cleveland wissen sie, worüber sich ganz Sport-Amerika längst einig ist: Kyrie Irving ist für die Cavaliers der eigentliche Schlüssel zur Meisterschaft.

Dass LeBron James als Einzelkämpfer gegen die Warriors nicht ausreicht, zeigte ja bereits die vergangene Saison (Cleveland verlor 2:4 im Finale). Damals fehlte Irving verletzungsbedingt, ein überragender James alleine war nicht genug.

Nun liegt Cleveland mit einem extrem schwachen Irving erneut in Rückstand (0:2), war in den ersten beiden Spielen chancenlos.

James braucht königliche Unterstützung

Der König braucht seinen Kronprinzen, der allerdings schon in der Vergangenheit am großen Erbe gescheitert war. Kriegt Irving vor den so wichtigen Heimspielen die Kurve?

Eigentlich schien es vor der Finalserie so, als wäre der Spielmacher nach seiner langwierigen Knieverletzung wieder bei alter Stärke angelangt. Starke Wurfquoten, viele Vorlagen und Zug zum Korb machten ihn offensiv sogar zwischenzeitlich zur Nummer eins, noch vor Superstar James.

Die Folge: Cleveland setzte sich nach zwei "Sweeps" gegen Detroit und Atlanta (jeweils 4:0) auch gegen Toronto (4:2) souverän durch.

Wechselnde Taktik, hoher Druck

Im Finale ist das Bild ein anderes: Die aggressive Verteidigung der Warriors und seines Gegenspielers Curry sowie die inkonsequente taktische Marschroute von Trainer Lue setzen Irving zu.

Auch der Druck ist neu für den 24-Jährigen, der erstmals voll in einem Finale mitspielt (2015 war er nach Spiel 1 verletzt) und besonders gefordert ist. Irving selbst sprach nach Spiel 1 zwar noch von "Spaß", der dürfte ihm mittlerweile aber vergangen sein.

Die amerikanischen Medien fragen sich schon, ob Cleveland ohne Irving vielleicht sogar besser dran wäre. Ohne ihn, der einen Maximumvertrag, drei  All Star-Nominierungen und einen teuren Schuhdeal hat. Sollte das Finale verloren gehen (und danach sieht es aus), könnte diese Frage auch im Management der Cavaliers ein Thema werden.

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