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Draymond Green erzielt in den Finals etwa 15 Punkte, neun Rebounds und sechs Assists im Schnitt
Draymond Green erzielt in den Finals etwa 15 Punkte, neun Rebounds und sechs Assists im Schnitt © Getty Images

München - Draymond Green wird bei der Niederlage der Warriors in Spiel 5 schmerzlich vermisst. Der emotionale Leader ist der entscheidende Faktor gegen James & Co.

Klay Thompson sprach das Offensichtliche aus: "Wir haben ihn gewaltig vermisst."

Draymond Green fehlte den Golden State Warriors bei der Niederlage im fünften Finalspiel gegen die Cleveland Cavaliers (Spiel 6, Fr., ab 3 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US) an allen Ecken und Enden.

Dessen "Playmaking, Kommunikation, Herz und Seele" ging Golden State ab. LeBron James konnte wie Teamkollege Kyrie Irving nahezu nach Belieben schalten und walten, vorne fehlte dem Titelverteidiger sein Point Forward.

Trainer Steve Kerr ließ wie seine Spieler Greens Ausfall nicht als Ausrede für die verhinderte Meisterfeier gelten, bemängelte aber die fehlende defensive Kommunikation auf dem Feld - eines der Steckenpferde des Energiebündels, das schon während der regulären Saison als heimlicher MVP der Warriors betitelt wurde.

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Green leidet unter Sperre

Nach der Auseinandersetzung mit James in Spiel 4 war Green nachträglich wegen seines vierten unsportlichen Fouls der Playoffs gesperrt worden. Green musste die Partie aus einer Loge der Baseball-Arena der Oakland Athletics verfolgen – und litt laut seinem früheren College-Coach Tom Izzo sehr unter der Situation.

"Er hat das Gefühl, dass er seine Teamkollegen, die Stadt und den Besitzer im Stich gelassen hat", so Izzo bei ESPN. Da konnte es Green auch nicht trösten, dass er von den Fans mit Sprechchören gefeiert wurde und Warriors-Besitzer Joe Lacob die Finalpartie im Green-Trikot verfolgte.

Greens (defensiver) Einfluss lässt sich allein auf Zahlen nicht reduzieren. Die Finals-Wurfquoten von James (5 von 14 Würfen und vier Ballverluste), Irving (4 von 12) und Kevin Love (5 von 13) mit Green als Verteidiger geben dennoch Aufschluss darüber, dass das Trio nicht unbedingt traurig über Greens Fehlen war.

Nervensäge für James

Vor allem James entnervte er zuvor mit seiner körperbetonten Verteidigung und den Nickligkeiten immer wieder, zudem ist er trotz seiner "nur" 2,01 Meter eine enorme Präsenz in der Zone.

Der verletzungsbedingte Ausfall von Defensivanker Andrew Bogut, der wegen einer Knieverletzung für den Rest der Serie ausfällt, tat sein Übriges. Denn die Ersatzriege der Big Men mit Festus Ezeli, Anderson Varejao, James Michael McAdoo und Marreese Speights genügt höchsten Ansprüchen nicht.

In der Offensive fehlte Green als zweiter Spielmacher und Antreiber. Das gefährliche Pick&Roll-Duo Curry/Green wurde ebenso gesprengt wie die effektive "Todeslineup" bestehend aus Curry, Thompson, Andre Iguodala, Harrison Barnes und Green. Während Iguodala die Versetzung in die Erste Fünf mit 15 Punkten, elf Rebounds und sechs Assists gut bewältigte, allerdings James wenig entgegen zu setzen hatte, war Barnes (zwei von 14 Würfen) völlig von der Rolle.

Unersetzbarer Faktor für Golden State

Für die Warriors ist Green, der die "Krieger-DNA" wie kein anderer Spieler verinnerlicht hat, mit seinem Komplettpaket aus sportlichen Fähigkeiten und Führungsqualitäten ein unersetzbarer Faktor.

Auch Green wird auf seine Rückkehr brennen. Dabei muss er seine Emotionen aber richtig einsetzen, denn bei einem weiteren unsportlichen Foul – oder zwei technischen – würde Green im möglichen Spiel sieben erneut fehlen.

Sollte er seine Energie in die richtigen Bahnen lenken, James ausbremsen und vorne Akzente setzen, winken allerdings zwei Trophäen: Die für den Meister und den Finals-MVP.

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