vergrößernverkleinern
LeBron James gewann 2012 und 2013 den NBA-Titel © Getty Images

München - LeBron James liefert in den NBA-Finals teils übermenschliche Leistungen ab. Im Duell mit Steph Curry will der Cavaliers-Star vor allem eine negative Bilanz verbessern.

Bevor Steph Curry nach seinem Spielausschluss den Gang in die Kabine antrat, hatte er noch eine Botschaft für LeBron James. "Spiel sieben, ich komme", sagte Curry mit dem Finger in James' Richtung zeigend.

Curry machte damit klar, worum es in Spiel sieben der NBA-Finals zwischen den Golden State Warriors und den Cleveland Cavaliers (Mo., ab 2 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US) geht.

Im Duell der beiden Superstars wird letztlich die Entscheidung um die NBA-Krone 2016 fallen. 

Duell Gegenwart gegen Zukunft

James vs. Curry ist dabei nicht nur das Duell um den Titel, auch wenn dies natürlich im Vordergrund steht: Vielmehr ist es auch das Duell der Gegenwart gegen die Zukunft. Während James mit seiner puren Kraft und schier unfassbaren Athletik jahrelang das Spiel prägte, steht Scharfschütze Curry für die Zukunft des Basketballs.

James hält nach eigener Aussage wenig von den ständigen Vergleichen mit Curry. "Meine Gedanken beziehen sich nur darauf, wie ich dem Team helfen kann, erfolgreich zu sein. Es ist mir egal, was alle anderen darüber sagen", sagte James, als er dazu befragt wurde.

Ganz egal ist es ihm aber wohl doch nicht. So hat James offenbar sichtbar Spaß gefunden, seinem kleineren Rivalen herumzuschubsen. In Spiel sechs schenkte er Curry zuletzt einen vielsagenden Blick und einige nette Worte, nachdem er dessen Korbleger-Versuch zuvor lässig blockte - nicht zum ersten Mal in der Serie.

LeBron droht fatale Finalbilanz

James will auf keinen Fall zulassen, dass Curry erneut an seinem Legendenstatus sägt. Denn obwohl er viermaliger MVP ist und zwei Titel gewonnen hat, verweisen seine Kritiker beim Vergleich mit anderen Legenden doch nur zu gerne auf seine 2:4-Bilanz in den Finals.

Sollte James nun auch seine fünfte Finalserie verlieren, hätte er sogar die schlechteste Bilanz aller MVP-Gewinner, die mindestens in fünf NBA-Finals standen. Bei Vergleichen mit Michael Jordan oder Magic Johnson sieht LeBron so ganz alt aus.

Auch wenn einige Niederlagen wie 2015 kaum James anzukreiden sind, würde dieser Makel in seiner Karriere wohl für immer bestehen bleiben.

Gegen das Team mit der besten Saisonbilanz aller Zeiten würde ein Titel daher umso mehr bedeuten. Zumal James bei seinen zwei Finalsiegen 2012 und 2013 nur ein Teil der "Big Three" (James, Dwyane Wade und Chris Bosh) war. Dieser Finaltriumph wäre dagegen zweifelsohne in erster Linie sein Verdienst.

Curry lobt "großartigen" LeBron

Dabei hat James mit 25 Punkten, sieben Rebounds und sieben Assists im Schnitt eine für seine Verhältnisse mäßige Saison gespielt. Doch jetzt in den Playoffs und besonders in der Finalserie findet James zurück zu seinem überirdischen Level, der selbst seine schärfsten Kritiker verstummen lässt.

"Er tut Dinge, die ein Match verändern, und hilft seinem Team zu gewinnen. Wir machten einige Fehler, aber er spielt großartig. Daran gibt es keinen Zweifel", sagte Curry.

Vor allem in den Spielen, in denen es um die Wurst geht, wächst James regelmäßig über sich hinaus. Mit über 32 Punkten hat James den besten Punkteschnitt in Spielen, in denen das Ausscheiden droht - sogar noch vor Michael Jordan. Das letzte Spiel sieben, das James verloren hat, datiert aus dem Jahr 2008 gegen die Boston Celtics.

Es scheint so, als würde die Chance auf den Legendenstatus James zusätzlich antreiben.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel