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Dirk Nowitzki spielt seit seinem NBA-Debüt 1999 bei den Dallas Mavericks
Dirk Nowitzki spielt seit seinem NBA-Debüt 1999 bei den Dallas Mavericks © Getty Images

München - Ungewohnt deutlich übt Dirk Nowitzki Kritik an Mark Cuban, verschont auch Coach Carlisle und sich selbst nicht. Er erklärt, warum ein Wechsel dennoch keine Option war.

Dirk Nowitzki hat nach dem neuerlichen Transfer-Fiasko der Dallas Mavericks ungewohnt deutliche Kritik am milliardenschweren Team-Besitzer Mark Cuban geäußert.

Den Mavs war es nicht gelungen, auch nur einen der drei von ihnen umworbenen Topstars Hassan Whiteside, Mike Conley und Nicolas Batum nach Texas zu locken.

"Da muss man alles hinterfragen", beantwortete Nowitzki der Bild am Sonntag die Frage nach den Gründen. "Bin ich es, mit dem die Leute nicht zusammenspielen wollen? Ist es der Coach, für den keiner spielen will? Oder liegt es an Mark, der die Meistermannschaft von 2011 auseinandergerissen hat und dem Berater und Spieler deshalb böse sind?"

"Nur geholfen, ihren Marktwert zu steigern"

Damit gießt er Öl ins Feuer, dass viele Fans nach dem in ihren Augen unnötigen Umbruch 2011 entfacht hatten. Auch die damaligen Abgänge Tyson Chandler und J.J. Barea hatten nachgetreten, da Cuban sich nicht hinreichend um ihre Weiterverpflichtung bemüht hatte. Auch Star-Regisseur Jason Kidd, der erst 2012 fortging, pflichtete ihnen bei.

Im vorigen Sommer hatte Dallas bereits die Zusage von DeAndre Jordan, der jüngst ins All-NBA First Team, also die beste Fünf der Liga gewählt wurde. Der Center blieb dann aber zu verbesserten Konditionen bei den L.A. Clippers.

"Wir waren in den letzten fünf Jahren immer an den ganz großen Fischen dran, haben ihnen aber im Endeffekt nur geholfen, ihren Marktwert zu steigern", klagte Nowitzki.

Wechsel für Nowitzki nie ein Thema

Er selbst hatte wiederholt durch Gehaltsverzicht Raum für die Verpflichtung eines Co-Stars geschaffen. Sein Gehalt sei ihm "nicht superwichtig", betonte der 38-Jährige erneut. "Wichtiger ist es mir, in einer Mannschaft zu stehen, die gewinnt."

Im Frühjahr retteten sich die von Rick Carlisle trainierten Mavs mit einem Kraftakt in die Playoffs, um da jedoch in der ersten Runde mit 1:4 an den Oklahoma City Thunder zu scheitern.

Aktuell dürften die Aussichten nicht besser sein. Doch obwohl er selbst gesagt hatte, einen radikalen Umbruch nicht mitmachen zu wollen, und Ende Juni die Ausstiegsoption aus seinem Vertrag gezogen hatte, sei ein Wechsel "keine Option" gewesen.

Familie rückt in den Vordergrund

"Ich habe noch nicht einmal darüber nachgedacht, irgendwo anders hinzugehen", stellte der 13-malige All-Star nun klar. "In meinem Alter ist es nicht leicht, die Familie zu Hause zu lassen oder mit allen umzuziehen. Von daher war das keine Option."

Zu Anfang dieses Monats hatte sich Nowitzki mit den Mavericks auf einen neuen Zweijahresvertrag über kolportierte 40 Millionen Dollar geeinigt. 

Seine Pläne für die Zeit nach der aktiven Karriere haben sich noch nicht konkretisiert: er werde die Familie in den Vordergrund stellen und auf keinen Fall Bundestrainer werden, verriet er lediglich.

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