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Dennis Schröder verlängerte vor dem Saisonstart langfristig bei den Atlanta Hawks © SPORT1-Grafik: Eugen Zimmermann/Getty Images/ dpa picture alliance

München - Dennis Schröder verlängert vor dem Saisonstart für maximal 70 Millionen in Atlanta - und geht auf Nummer sicher. Die Hawks haben Vertrauen und wittern ein gutes Geschäft.

Dennis Schröder von den Atlanta Hawks misst 1,88 Meter, das werden auch die vergangenen Wochen nicht geändert haben. Die Schulterbreite des Aufbauspielers dürfte in derselben Zeit aber enorm gewachsen sein (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1 US ).

Nicht nur haben die Verantwortlichen der Hawks um Cheftrainer Mike Budenholzer den Weg für Schröder als ersten Point Guard frei gemacht, sie haben ihm noch vor dem ersten Saisonspiel gegen die Washington Wizards einen riesigen Vertrauensvorschuss gegeben.

Der Beweis ihres Glaubens an Schröder liest sich in Zahlen so: 62 Millionen Dollar bis 2021 garantiert, acht Millionen Dollar an möglichen Boni, 15,5 Millionen Dollar pro Jahr. Von diesen Summen berichtet ESPN. 

Auf Augenhöhe mit NBA-Routiniers

Doch warum kam die Vertragsverlängerung noch vor dem ersten Spiel gegen Washington (ab 1.30 Uhr LIVESCORES)?

Die Hawks sehen eine große Zukunft für den 23-Jährigen voraus. Durch die Gehaltserhöhung bewegt sich Schröder in den Gefilden von Routiniers wie Pau Gasol (San Antonio Spurs, 15,5 Millionen) oder Point Guards mit langjähriger Ligaerfahrung wie Reggie Jackson, der bei den Detroit Pistons fast 15 Millionen Dollar im Jahr verdient.

Schröder steht noch am Anfang seiner Karriere, er hat aber enormes Entwicklungspotenzial. Der Deutsche lieferte in der vergangenen Saison bei durchschnittlich etwa 20 Minuten Einsatzzeit starke elf Punkte, 4,4 Assists und 2,6 Rebounds im Schnitt.

Schröders Talent verspricht viel

Ein Gedankenspiel zeigt sein Talent: Würden diese Statistiken auf eine Einsatzzeit von 32 Minuten hochgerechnet, Schröder wäre auf einem Level mit Mike Conley. Der Lenker der Memphis Grizzlies ist mit 26,54 Millionen Dollar der bestbezahlte Aufbauspieler der NBA.

Für die Hawks ist der 70-Millionen-Dollar-Deal eine Risiko-Investition, die sich lohnen könnte: Explodiert Schröder in den nächsten Jahren in seiner Leistung, hätten sie einen der besten Point Guards der NBA für vergleichbar wenig Geld.

Risiko oder Sicherheit?

Auch für Schröder lohnt sich die Situation. Er ergattert als dritter Spieler des NBA-Drafts von 2013 eine Vertragsverlängerung vor der Deadline am 31. Oktober.

Der Deutsche spielt mit der Unterzeichnung aber auch ein wenig auf Sicherheit, was ihm bei einem solchen Angebot nicht zu verdenken ist. Seine Option wäre gewesen, selbst ein enormes Risiko einzugehen.

Heißt: Die Saison mit den Hawks als Starter spielen und darauf setzen, dass er groß aufspielt und so einen noch besseren Vertrag jenseits der 100 Millionen bekommen würde - vielleicht auch von einem anderen Team. Der Spruch mit dem Spatz in der Hand umschreibt die Situation wohl am besten, wobei es in diesem Fall ein Falke in der Hand heißen müsste.

Ein neues Zuhause

Aber nicht nur das Geld spielt für den deutschen Nationalspieler eine Rolle. Atlanta ist in vier Jahren längst zu seiner Heimat geworden. Als die Verlängerung bekannt wurde, veröffentlichte Schröder ein Bild der Vertragsunterzeichnung, dazu schrieb er: "Ich liebe die Fans, die Leute, die Trainer, die Franchise und meine Mannschaftskollegen. Atlanta ist mein Zuhause."

Der Wohlfühlfaktor ist gegeben. Die Saison wird zeigen, ob der Vertrauensvorschuss berechtigt ist und Schröder die Mannschaft auf seinen immer breiter werdenden Schultern tragen kann.

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