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Dennis Schröder
Dennis Schröder (l.) ist seit Saisonbeginn Starter bei den Atlanta Hawks © SPORT1-Grafik: Eugen Zimmermann/Getty Images

Los Angeles - Bei SPORT1 spricht Dennis Schröder über die Krise der Hawks, Duelle mit Steph Curry, sein Leben als 70-Millionen-Mann und Trendsetter sowie Kritik aus Deutschland.

Seinen ersten Monat als NBA-Starter hat Dennis Schröder hinter sich gebracht.

Nach einem starken Saisonstart läuft es allerdings aktuell für den Nationalspieler und die Atlanta Hawks nicht mehr rund.

Die 100:105-Pleite bei den Golden State Warriors war bereits die sechste in den vergangenen sieben Spielen. Mit den Hawks (10 Siege - 8 Niederlagen) geriet auch Schröder selbst (14,8 Punkte und fünf Assists pro Partie) zuletzt ins Straucheln.

Im SPORT1-Interview spricht der Point Guard über die aktuelle Negativserie, Duelle mit Steph Curry, das Leben als 70-Millionen-Starter und seinen Frisurentrend. Auf Kritik aus Deutschland angesprochen vergleicht er sich mit Fußballstar Jerome Boateng vom FC Bayern, der am Mittwochabend von Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge eingenordet wurde.

SPORT1: Herr Schröder, nach neun Siegen aus den ersten elf Spielen läuft es aktuell nicht mehr. Wie können Sie als Team jetzt wieder die Kurve kriegen?

Schröder: Es braucht noch Zeit. Wir haben jetzt gerade einmal 18 Spiele mit Dwight Howard gemacht und lernen uns als Team immer noch kennen. Wir müssen die richtige Balance zwischen Inside und Outside finden. Es ist eine lange Saison bis zu den Playoffs. Dann wollen wir bestmöglich abgestimmt sein.

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SPORT1: Sie sprechen Howard an. Ist es eine große Umstellung von Ihrem langjährigen Center Al Horford auf ihn?

Schröder: Auf jeden Fall! Wir haben unser komplettes Spiel verändert. Das System ist völlig anders. Wenn Dwight mir einen Block stellt, rollt er zum Korb ab. Dort braucht er den Ball. Daran müssen wir weiterarbeiten und spielen. Mit Al war es eher so, dass er nach dem Block den Wurf genommen hat.

SPORT1: Howard wurde in L.A. als Ex-Laker ausgebuht. Auch in Houston lief es für ihn nicht nach Wunsch. Wie ist er in Atlanta bisher als Teamkollege?

Schröder: Er hat sehr viel Energie und macht viele Späße. Er ist ein guter Typ und hilft auch jedem. Das Spiel mit ihm gefällt mir sehr. Gerade beim Sieg gegen Cleveland war es richtig gut. Bei den Rebounds hilft er uns enorm.

SPORT1: Wie macht sich Ex-Bayer Malcolm Delaney als Ihr Backup in seiner ersten Saison?

Schröder: Er hatte schon einige sehr gute Spiele. Immer wenn er reinkommt, bringt er viel Energie. Unsere Bank ist ohnehin eine der besten der NBA. Malcolm macht einen guten Job.

SPORT1: Mit dem Vertrag über 70 Millionen stehen Sie nun auch stärker im Fokus. Wo sehen Sie sich in Ihrer Entwicklung - auch im Vergleich zu den besten Point Guards der NBA wie Steph Curry?

Schröder: Ich bin erst 23 geworden und kann mich in allen Bereichen verbessern. Diese Jungs sind etwas älter. Wenn ich auf das Feld gehe, will ich jedes Duell gewinnen - auch gegen Curry. Im ersten Jahr als Starter gehöre ich natürlich noch nicht zu den Topleuten, das werde ich auch nicht behaupten. Ich werde aber weiter daran arbeiten, irgendwann dahin zu kommen.

SPORT1: Bei Oregon am College spielt Dylan Ennis. Er hat sich Ihre Frisur mit dem charakteristischen blonden Punkt abgeschaut. Wie fühlt man sich als Trendsetter?

Schröder: Es ist ein gutes Gefühl, junge Spieler dazu zu bringen, meinen Style zu rocken. Wenn ich in Atlanta bin, sehe ich auch viele Kinder mit dem blonden Patch. Das ist schon heftig (lacht).

SPORT1: Trotz Ihrer steilen Karriere werden Sie in Deutschland von manchen Leuten sehr kritisch gesehen. Ärgert Sie das manchmal - auch im Vergleich zu einem jungen Dirk Nowitzki, der eigentlich immer gelobt und unterstützt wurde?

Schröder: Das ist Deutschland! Es ist immer etwas schwierig. Wenn etwas gut läuft, bist du der Held. Wenn es schlecht läuft, wirst du blamiert. Das war ja zuletzt bei Jerome Boateng und der Kritik von Karl-Heinz Rummenigge genauso.

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Ich wünsche mir, dass es mehr Unterstützung gibt - so wie in Atlanta - und die deutschen Fans hinter einem stehen, egal ob man verliert oder gewinnt.

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