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Foxboro und München - Tom Brady spielt wie entfesselt und sorgt für vier Touchdowns. Rob Gronkowski legt einen Blitzstart hin. Die Pats-Fans verhöhnen den NFL-Boss.

Keine Vorbereitung? Kein Problem.

Nerviger Gerichtsprozess? Mehr Motivation als Hemmschuh.

Tom Brady und Rob Gronkowski haben mit den New England Patriots einen eines NFL-Champions würdigen Start in die Saison 2015 hingelegt.

Vier Touchdowns zum Saisonstart

Gegen die Pittsburgh Steelers gewann das Team um Superstar Brady (288 Yards) vor 68.000 Zuschauern mit 28:21 (14:3), der Quarterback und viermalige Super-Bowl-Sieger lieferte dabei vier Touchdown-Pässe ab.

"Das war ein besonderer Abend", so Brady: "So ein Spiel hatten wir schon lange nicht mehr. Alle waren total aufgekratzt."

Keine Spur vom anstrengenden Deflategate-Prozess, der erst in der vergangenen Woche mit einem Freispruch für den 38-Jährigen endete.

Dass die Luftnummer aus dem Playoff-Halbfinale der Saison 2014 nicht ganz in Vergessenheit geriet, dafür sorgten die Fans in Foxborough.

Hohn und Spott für Goodell

Mit "Wo ist Roger?"-Chören verhöhnten sie NFL-Commissioner Roger Goodell, der diesmal dem Eröffnungsspiel fern blieb.

Wie entfesselt spielte Brady auf und fand dreimal seinen Lieblingsempfänger: Rob Gronkowski. Auch der Tight End absolvierte kein einziges Spiel in der Preseason, ließ sich den Kaltstart aber ebenfalls zu keinem Zeitpunkt anmerken.

Für "Gronk" war es das dritte Spiel seiner Karriere mit drei Touchdowns in einer Partie, gegen Pittsburgh brachte er es auf 94 Yards.

Julian Edelman, ebenfalls ohne Einsatz in der Preseason, lieferte bei elf gefangenen Pässen 97 Yards Raumgewinn ab.

New England, bei dem der Deutsche Sebastian Vollmer seine gewohnte Startposition auf Right Tackle besetzte, drehte im zweiten Viertel mit dem Duo Brady/Gronkowski auf und ging mit 14:3 in die Halbzeit.

"Big Ben" ohne Effektivität

Nach der Pause lief es für die Gäste aus Pittsburgh dann auch etwas besser, doch die Aufholjagd im letzten Viertel (10:7) durch Spielmacher Ben Roethlisberger und Co. kam zu spät.

"Big Ben" brachte es auf 355 Passing-Yards und einen Touchdown (4. Viertel), leistete sich aber auch eine Interception.

Einen missratenen Start erlebte Steelers-Kicker Josh Scobee, der den verletzten Shaun Suisham sowie seinen Ersatzmann Garrett Hartley ersetzte.

Der Ex-Kicker der Jacksonville Jaguars vergab zu Beginn zwei Field Goals (44 und 46 Yards) und gab New England so die Chance, früh im Spiel davon zu ziehen.

Brown nicht zu stoppen

Immerhin für Wide Receiver Antonio Brown war es aus persönlicher Sicht ein guter Abend. Der 27-Jährige fing neun Pässe für 133 Yards und erzielte den Touchdown zum 20:28 aus Sicht der Steelers.

Ganz ohne Drama durfte der Saisonstart bei den New England Patriots natürlich nicht ablaufen.

Zu einem Gate-esken Skandal reichte es zwar am Ende nicht, aber zu dicken Hälsen bei den Gästen aus Pittsburgh definitiv.

Kommunikationsprobleme

Bis zur Halbzeit des Spiels hatten die Trainer der Steelers auf ihren Headsets die Radioübertragung der Partie auf dem Ohr und hatten so massive Kommunikationsprobleme.

"Das passiert hier nicht zum ersten Mal", so ein angesäuerter Head Coach Mike Tomlin. In den sozialen Netzwerken machten schon "RadioGate" und HeadsetGate" die Runde.

Patriots-Trainer Bill Belichick versuchte die Wogen ein wenig zu glätten, indem er erklärte, dass auch New England mit diesem Problem zurechtkommen musste.

Steelers-Linebacker Lawrence Timmons beendete die Diskussion schlussendlich mit einer trockenen Analyse.

"Wir hätten einfach besser spielen müssen. Hätten wir unsere Spielzüge besser ausgeführt, dann wäre das Ergebnis ein anderes gewesen."

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