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Baltimore Ravens v Pittsburgh Steelers
Justin Tucker feiert seinen siegbringenden Kick für die Baltimore Ravens © Getty Images

München - Wegen zwei verschossener Field Goals verspielen Mike Vicks Steelers einen Heimsieg. Justin Tucker rettet Baltimore in die Verlängerung und sichert dort den ersten Sieg.

Die Baltimore Ravens haben das Kicker-Drama von Pittsburgh für sich entschieden.

In Pittsburgh setzte sich der Super-Bowl-Champ von 2013 zum Auftakt des 4. NFL-Spieltages mit 23:20 (7:13, 20:20) nach Verlängerung durch, weil Kicker Justin Tucker zweimal eiskalt traf(Die NFL auf LIVE im TV auf SPORT1 US ).

Zunächst schoss er die bis dato meist abgemeldete Ravens-Offense drei Sekunden vor dem Ende in die Overtime, dort versetzte er aus 52 Yards den Steelers den Todesstoß. "In dieser Liga kommt es in den meisten Spielen auf drei Punkte an. Wir haben einen großartigen Kicker", sagte Head Coach John Harbaugh.

Steelers-Kicker versagt

Dabei hatte Pittsburgh auch ohne den verletzten Star-Quarterback Ben Roethlisberger lange Zeit das Geschehen mit Running Back Le'Veon Bell (129 Yards, Touchdown) dominiert.

Im letzten Viertel versagten beim Stand von 20:17 Kicker Josh Scobee gleich zweimal die Nerven, nur deshalb bekamen die Ravens noch eine letzte Chance.

In der Verlängerung traf Steelers-Coach Mike Tomlin dann gleich zweimal beim vierten Versuch die Entscheidung auszuspielen, statt Scobee aus 50 Yards noch einmal ansetzen zu lassen.

Altstar Mike Vick (124 Yards) verpasste bei der zweiten Situation aber den Wurf auf Star-Receiver Antonio Brown (42 Yards), und Baltimore brachte Tucker in der Folge in Position. "Das ist extrem enttäuschend. Wir sind alle dafür verantwortlich, vor allem ich. Ich muss mich der Kritik stellen", sagte Tomlin.

Führung nur verwaltet

Die gesamte Schlussphase der Steelers war durch zumindest fragwürdige Entscheidungen geprägt. Nach dem 20:7 durch Darrius Heyward-Bey wurden die Gastgeber viel zu konservativ. Damit verlor der bis dahin gute Vick seinen Rhythmus. Die Ravens konnten sich so auf Bell und kurze Pässe fokussieren.

Trotzdem kostete am Ende Scobee den Sieg. Erst zu Saisonbeginn war der frühere Jaguar als Ersatz für den schwer verletzten Shaun Suisham verpflichtet worden, hatte aber bereits am 1. Spieltag gegen Denver zwei Field Goals vergeben. Auf die Frage, ob jetzt der Markt nach einem neuen Kicker sondiert werde, antwortete Tomlin vielsagend: "Wir müssen jeden Stein umdrehen." Für die Steelers war es die zweite Saisonpleite.

Ravens erleichtert

Bei den Ravens herrschte dagegen Erleichterung vor. Der erste Saisonsieg im vierten Spiel war lebenswichtig, um in der starken AFC North nicht frühzeitig alle Chancen zu verspielen. So geht auch Harbaughs Serie weiter. Mit nun 115 NFL-Spielen ohne eine Pleitenserie von mindestens vier Partien steht er hinter John Madden (142) auf Rang zwei der ewigen Rangliste.

Neben der vor allem nach der Pause starken Abwehrleistung konnte endlich auch Justin Forsett überzeugen. Der bisher enttäuschende Running Back brachte es auf 150 Yards, während Quarterback Joe Flacco fünfmal gesackt wurde und sich zwei Ballverluste leistete. Im entscheidenden Moment gelangen ihm aber einige wichtige Pässe, um das Team in Tuckers Reichweite zu bringen.

"Es war ein ganz wichtiger Sieg. In Pittsburgh sind es immer solche Krampfspiele. Normalerweise kannst du dir solche Ballverluste nicht leisten, aber ich habe den Coaches am Ende nur gesagt: 'Lasst Justin das Ding reinhauen'", sagte Flacco bei CBS.

Smith wird sauer

Für Aufregung sorgte in der hitzigen Rivalität Baltimores Routinier Steve Smith. Der Receiver wurde im vierten Viertel vermeintlich von seinem ehemaligen Panthers-Teamkollegen Mike Mitchell hart am Rücken erwischt und konnte nicht weiterspielen.

"Ein Ex-Kollege hat mich abgeräumt. Ich kenne ja seinen Charakter. Nach dem Hit hat er mich noch gefragt, wie mir das gefällt. Statt ihm zu drohen, sage ich wohl am besten, dass ich mich auf das nächste Duell freue. Er steht definitiv auf meiner Abschussliste", wetterte Smith. Die Zeitlupen zeigen aber deutlich, dass Linebacker Lawrence Timmons für den Hit verantwortlich war.

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