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Die Patriots-Stars Rob Gronkowski und Tom Brady sind Zielscheibe der Broncos Von Miller und Chris Harris
Die Patriots-Stars Rob Gronkowski und Tom Brady sind Zielscheibe der Broncos Von Miller und Chris Harris © SPORT1-Grafik Gabriel Fehlandt / Getty Images und DPA Picture-Alliance

München - Patriots-Superstar Rob Gronkowski muss sich im AFC-Finale gegen die Broncos auf miese Attacken einstellen. Vor dem Duell geht Denver auch Quarterback Tom Brady an.

Zwei Meter groß, 120 Kilo schwer - Rob Gronkowski ist eine Naturgewalt, ein Schrank auf zwei Beinen.

Weil der Superstar der New England Patriots gleichzeitig ein elitärer Passfänger ist, stehen die Gegner Woche für Woche vor einer schier unlösbaren Aufgabe: Wie soll man diese Maschine stoppen?

Die Denver Broncos haben sich für das Hassduell gegen Titelverteidiger New England Patriots im AFC Championship Game am Sonntag (ab 21 Uhr im LIVETICKER) eine fiese Taktik zurechtgelegt.

Broncos kündigen Attacke auf Knie an

"Du musst ihn tief treffen, auf die Knie zielen", verriet Denvers Cornerback Chris Harris jr. im ESPN-Interview.

New England Patriots v Denver Broncos
Rob Gronkowski musste im Duell mit den Denver Broncos im November mit einer Knieverletzung vom Feld © Getty Images

Angesichts der Verletzungshistorie von Gronk dürften bei derlei Drohungen in New England die Alarmglocken schrillen.

2013 erlitt der Prototyp des modernen Tight Ends einen Kreuz- und Innenbandriss. Ohne ihren Ausnahmekönner verpassten die Patriots den Super Bowl - weil sie im AFC Championship Game an Denver scheiterten.

Erst Ende November verletzte sich der Gronkowski erneut am Knie und musste unter großen Schmerzen vom Feld gefahren werden - nach einem tiefen Hit der Broncos in die Beine. Er kennt das also.

Doppeltes Problem bringt Gronk in Gefahr

Das Dilemma: Beim 26 Jahre alten Superstar kommen gleich zwei Probleme zusammen, die seine Gesundheit in Gefahr bringen.

Der Tight End - aufgrund der Kombination von Größe und Masse eine ständige Touchdown-Gefahr und nicht umsonst eins der Lieblingsziele von Quarterback Tom Brady - kann von einem Gegenspieler allein kaum zu Boden gebracht werden.

Dazu kommen die Regeln der NFL: Hohe Hits, bei denen Helm auf Helm knallt, sanktioniert die Liga zu Recht scharf. So bleibt den Gegner in Gronks Fall fast nur noch die tiefe Attacke. Diese darf zwar durchaus als mies, weil äußerst verletzungsfördernd, gesehen werden - verboten ist sie aber nicht, solange nur ein Spieler allein den Gegner attackiert.

"Das ist die beste Möglichkeit, wie du ihn tackeln kannst", führt Denvers Harris aus: "Du musst dir seine Beine schnappen oder warten, bis die ganze Gang am Start ist und ihn mit der versammelten Truppe zu Boden bringen."

Seitenhieb auf dreckige Broncos-Defense

Gronkowski selbst zeigte sich wenig überrascht von Denvers Drohungen und konterte zweideutig via Twitter. "Ich habe gehört, dass ihr ganzes Team gut darin ist, Tiefschläge auszuteilen", schrieb der Tight End - ein Seitenhieb gegen Denvers berüchtigt-beinharte Defense, die gerne auch mal die Grenze des Erlaubten überschreitet.

Beispiele gefällig? Cornerback Aqib Talib wurde im November für ein Spiel gesperrt, weil er gegen die Colts einem Gegenspieler nach Ende des Spielzugs mit dem Finger ins Auge stach. Zuvor hatte sein Teamkollege Von Miller einmal mehr für Tumulte gesorgt. Der Linebacker hat sich den Ruf eines der dreckigsten Spieler der NFL erarbeitet.

Von seinen neun Strafen für "roughing the passer", also zu späten Hits gegen den Quarterback, hat Miller allein in dieser Saison drei kassiert - seine letzte im letzten Duell gegen Brady.

Satte elf Strafen wegen unnötiger Härte wurden dem Linebacker in seiner Karriere seit 2011 schon aufgebrummt - doppelt so viele wie dem Zweitplatzierten in dieser Liste.

Die Patriots müssen also um die Gesundheit ihres Ausnahmekönners Gronkowski bangen, zumal der mit zwei Touchdowns beim 27:20 im AFC Divisional gegen die Kansas City Chiefs einmal mehr Sieggarant war.

"Ich hasse es, das zu sehen", meinte Brady in der Denver Post deshalb zu den Attacken auf Gronkowskis Knie. Auch Brady ist aber das Grundproblem bewusst: "Das ist wirklich der einzige Weg, wie die Verteidiger heutzutage tackeln können."

Broncos Lineman bezeichnet Brady als Heulsuse

Das Hassduell zwischen den großen AFC-Rivalen Denver und New England enthält dieses Jahr noch einmal besondere Würze, weil es mit dem Aufeinandertreffen der überragenden Patriots-Offensive gegen die ruppige Denver-Defense ein Kampf der Philosphien ist.

New England Patriots v Denver Broncos
Tom Brady wurde im Duell mit den Denver Broncos in dieser Saison gleich drei Mal gesackt © Getty Images

Das rassige Duell in der regulären Saison gewannen die Broncos nach Gronks Verletzung mit 30:24 und brachten den bis dato ungeschlagenen Patriots die erste Saisonniederlage bei.

Schon jetzt geht es wieder unter die Gürtellinie - physisch und verbal.

Auf die Frage, ob er Brady als "Heulsuse" bezeichnen würde, sagte Denvers Defensive End Antonio Smith der Gazette: "Das wäre eine präzise Beschreibung. Ich habe noch nie einen Quarterback gesehen, der nach dem Sack öfter zum Schiedsrichter schaut als Brady."

"Jedes Mal, wenn er gesackt wird, schaut er zum Ref als würde er sagen: 'Hast du gesehen, dass er mich gesackt hat? Sollte das passieren? Das war ein bisschen fest. Bitte bestraf' ihn!", lästerte Smith über den Quarterback, gegen den Denver im November gleich drei Sacks gelangen.

Malik Jackson pflichtete seinem Teamkollegen bei und meinte bei PFT Live über Brady: "Er ist auf jeden Fall einer dieser Jammerlappen, der ständig rumheult."

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