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Graham Gano und Bastian Schweinsteiger
Panthers-Kicker Graham Gano (l.) würde Bastian Schweinsteiger eine NFL-Karriere zutrauen © SPORT1-Grafik: Gabriel Fehlandt/Getty Images

San Jose und San Francisco - Als Kicker hat Graham Gano eine besondere Aufgabe in seinem Team - und enormen Druck. Bei SPORT1 verrät er, wie er damit umgeht und spricht über Parallelen und seine Liebe zum Soccer.

Graham Gano muss während eines NFL-Spiels nicht oft aufs Feld, aber wenn er gefordert ist, dann ist der Druck auf ihn immens.

Geht der Kicker der Carolina Panthers an den Start, erwartet jeder von ihm Punkte - Trainer, Mitspieler, Fans. Fehler sind in seinem Aufgabenbereich nicht vorgesehen. 

Gano hat nur wenige Auftritte pro Spiel, steht aber bei jedem im Mittelpunkt. Das gilt für den Super Bowl umso mehr, wo seine Treffer oder Nicht-Treffer über den Titel entscheiden können.

Für SPORT1 beim Super Bowl vor Ort: Florian Weiß, Tobias Wahnschaffe, Julian Ignatowitsch (v.l.)
Für SPORT1 beim Super Bowl vor Ort: Florian Weiß, Tobias Wahnschaffe, Julian Ignatowitsch (v.l.) © SPORT1

Der 28-jährige Gano wurde in Schottland als Sohn eines US-Navysoldaten geboren, wuchs in Pensacola/Florida in den USA auf und kam über das College Florida State in die NFL. Früher spielte er auch aktiv Fußball.

Im Interview mit SPORT1 spricht er über seine Liebe zum Soccer, Parallelen der Sportarten und seine Vorbereitung auf den großen Auftritt.  

SPORT1: Herr Gano, angenommen Sie müssen im Super Bowl kurz vor Spielende an die Linie und ihr Schuss entscheidet über Sieg oder Niederlage. Wie meistern Sie diese mentale Mammutaufgabe?

Graham Gano: Ich trainiere das ja. Es ist das, was ich jeden Tag mache - und es macht mir sehr viel Spaß. Ich versuche, mich zu entspannen und auf meine Fähigkeiten zu konzentrieren. Letztlich ist die Aufgabe ja die gleich wie in jedem anderen Spiel: Triff das Field Goal. Und dann schieße ich das Ding rein!

SPORT1: Ihr Job ist ähnlich wie der eines Fußballers. Haben Sie eine Verbindung zum Soccer?

Gano: Ich habe selbst aktiv Fußball gespielt, fast 13 Jahre lang - und verfolge den Sport nach wie vor sehr genau. Ich bin seit meiner Jugend großer Fan vom FC Bayern München. Oliver Kahn war mein Lieblingsspieler, Bastian Schweinsteiger mag ich auch sehr gerne. Heute spiele ich zwar meistens nur noch an der Konsole, wo ich ebenfalls immer mit Bayern spiele, aber ich kicke den Ball ja auch so noch oft genug (lacht).

SPORT1: Könnte ein europäischer Spitzenfußballer denn ihre Position bei den Panthers einnehmen?

Gano: Es ist schon ein großer Unterschied. Man muss den Ball bei uns ja weit über die Stange schießen, nicht darunter. Der Ball ist anders, auch die Technik. Aber ich denke mit dem richtigen Training könnte einer wie Schweinsteiger in der NFL spielen. 

SPORT1: Wie sieht ihr tägliches Training aus?

Gano: Mein Training besteht zu einem großen Teil aus Kraft- und Ausdauerübungen, zum Beispiel Gewichtheben. Das unterscheidet sich gar nicht so sehr von den Dingen, die die anderen Spieler in meinem Team machen, auch wenn wir im Spiel ganz andere Aufgaben haben. Natürlich schieße ich im Training auch eine Menge Field Goals.

SPORT1: Als Kicker hat man eine besondere Rolle innerhalb der Mannschaft. Wie gehen Sie damit um?

Gano: Ich bin genauso Teil des Teams wie jeder andere Spieler. Ich stehe vielleicht nicht so viel und lange auf dem Feld, aber ich gehöre genauso dazu. Letztlich geht es darum, dass jeder seinen Job erfüllt.

SPORT1: Die Carolina Panthers sind in dieser Saison das dominante Team. Wie gehen Sie ihren ersten Super Bowl an?

Gano: Ich will Spaß haben. Wir sind eine lustige Truppe, wir haben viele Jungs im Team, die Party machen können und gute Stimmung in die Kabine bringen. Viele "brothers", wie wir sagen (lacht). Cam Newton ist einer von ihnen. Ich bin bereit. Ich habe für viele verschiedene Teams in meiner Karriere gespielt, habe viel Erfahrung gesammelt. Jetzt will ich den Super Bowl gewinnen.

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