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Colin Kaepernick verweigert sich aus Protest gegen sein Land der Nationalhymne
Colin Kaepernick verweigert sich aus Protest gegen sein Land der Nationalhymne © Getty Images

München - "Nicht für ein Land, das Schwarze unterdrückt": NFL-Star Colin Kaepernick erhebt sich nicht zur Nationalhymne - und stürzt sich in eine große Kontroverse.

Ein prominenter NFL-Quarterback, der sich nicht zur Nationalhymne erheben will: Colin Kaepernick, Spielmacher der San Francisco 49ers legt auf Aufsehen erregende Weise den Finger in die Wunde Amerikas.

Beim Preseason-Spiel gegen die Green Bay Packers blieb Kaepernick sitzen, als die Hymne gespielt wurde. Und begründet dies nun explizit mit der angespannten gesellschaftlichen Situation in seinem Heimatland.

"Ich erhebe mich nicht, um Stolz auf eine Flagge zu demonstrieren für ein Land, das schwarze und farbige Menschen unterdrückt", sagte Kaepernick in einem Interview mit dem Mediendienst der NFL.

Kaepernick: "Es geht um mehr als Football"

"Für mich geht es hier um mehr als Football", führte Kaepernick aus: "Es wäre selbstsüchtig von meiner Seite aus, wenn ich in die andere Richtung schauen würde. Auf der Straße liegen Leichen und Menschen kommen mit Mord davon."

In den USA gab es in den vergangenen Monaten schwere soziale Erschütterungen in Folge der Rassismus-Frage, in erster Linie ausgelöst durch diverse Fälle, in denen schwarze Bürger Opfer von Polizeigewalt wurden. Umgekehrt schürten die Polizistenmorde von Dallas durch einen afroamerikanischen Armeeveteranen die Spannungen.

Kaepernicks Statement hat die öffentliche Aufmerksamkeit auf seinen Protest gelenkt, der zuvor einem Großteil der anwesenden Medienvertreter entgangen war.

"Ich fordere keine Zustimmung", sagt Kaepernick: "Ich muss für die unterdrückten Menschen einstehen. Wenn man mir dafür den Football und die Unterstützung wegnimmt, weiß ich trotzdem, dass ich für die richtige Sache aufgestanden bin."

49ers respektierten Protest

Dass die NFL ihm das Wort selbst erteilt - und seinen Protest in eine Reihe stellt mit politischen Wortmeldungen anderer Sportstars wie LeBron James und Dwyane Wade - spricht dafür, dass sie Kaepernicks pikante Geste respektiert. Zumindest dafür, dass sie sich nicht gegen ihn stellt und damit Unmut herausfordert.

Auch die 49ers gaben eine Mitteilung mit beschwichtigendem Ton heraus. "Die Nationalhymne ist ein Teil unserer Zeremonie vor Spielen und wird es immer sein", heißt es darin: "Es ist eine Gelegenheit unser Land zu ehren und die großartigen Freiheiten, die wir als dessen Bürger genießen. Wir respektieren amerikanische Freiheiten wie die Religions- und Meinungsfreiheit, indem wir das Recht jedes Einzelnen anerkennen sich zu entscheiden, ob er an dieser Feier der Nationalhymne teilnehmen will."

Es wurde zudem bestätigt, dass Kaepernick bei mindestens einem weiteren Vorbereitungsspiel nicht für die Hymne aufgestanden war.

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