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Leon Draisaitl gab mit 18 sein Debüt in der Nationalmannschaft. ZUM DURCHKLICKEN: Die deutschen Stars in der NHL

Edmonton - Leon Draisaitl erhält bei seinem NHL-Debüt einen Dämpfer. Das 18-jährige Supertalent bekommt zwar viel Eiszeit, bleibt aber blass.

Schweißnass stand Leon Draisaitl vor seinem Spind. Geschafft sah der 18-Jährige aus, als er in der Mannschaftskabine die Fragen zum unbefriedigenden NHL-Debüt beantwortete.

"Das ist nicht das Ergebnis, das wir uns vorgestellt hatten", sagte der Rookie der Edmonton Oilers. Das 2:5 gegen die Calgary Flames (News) hatte Spuren hinterlassen.

Stunden zuvor sah die Stimmungslage noch anders aus. Alles war im Rexall Place für einen großen Tag angerichtet.

16.839 Eishockey-Fans wollten in der ausverkauften Arena sehen, wie sich der neue Hoffnungsträger aus Deutschland schlägt. Und dann ließ auch noch Klublegende Wayne Gretzy höchstpersönlich den Puck zum Anstoß fallen.

Draisaitl durchwachsen

Es wurde nichts mit der großen Party zum Saisonauftakt.

Gretzky und die anderen Spieler der ersten Oilers-Meistermannschaft von 1984, darunter Mark Messier und DEL-Coach Don Jackson von Red Bull München, sahen anlässlich des 30. Jahrestages eine ganz bittere Heimpleite - und einen Leon Draisaitl, der unter seinen Möglichkeiten blieb.

"Ich weiß natürlich, dass ich viel besser spielen kann", sagte der Center. Die ersten Schritte in der besten Liga der Welt seien ihm schwer gefallen: "Ich habe etwas Zeit gebraucht, um mich an das Tempo zu gewöhnen, aber ich mache mir keine Sorgen."

15 Minuten Eiszeit

Cheftrainer Dallas Eakins schickte seinen "Rohdiamanten" insgesamt 14:47 Minuten aufs Eis. In seiner Reihe spielte der Kölner Draisaitl mit dem Russen Nail Jakupow und dem Kanadier Benoit Pouliot.

Ein Treffer gelang dem Trio trotz aller Bemühungen nicht. Teddy Purcell und Taylor Hall sorgten für das zwischenzeitliche 2:2.

"Tonnenweise gute Szenen"

Draisaitl prüfte Flames-Goalie Karri Ramo einmal, Edmonton lag in der Schussstatistik mit 40:26 klar vorn.

Doch mit Druck auf das Tor allein ist kein Spiel zu gewinnen.

"Das ist ein frustrierender Saisonstart. Aber wir hatten tonnenweise gute Szenen", sagte Eakins.

Draisaitl selbstkritisch

Am Ende wurden die Oilers "von Flammen verschlungen", wie der Klub auf seiner Homepage titelte. Draisaitl hatte gemischte Gefühle, genau wie sein Headcoach.

"Wir haben viele Dinge gut gemacht, einiges hat aber nicht funktioniert", sagte der Newcomer: "Wir haben viel Luft nach oben."

Auf den fünfmaligen Champion Edmonton wartet nach der Niederlage im "Kampf von Alberta" direkt das nächste kanadische Duell. Am Samstag spielt der vorschnell zum "German Gretzky" hochstilisierte Draisaitl mit seinem Team bei den Vancouver Canucks.

Dann geht es nach Kalifornien zu Stanley-Cup-Sieger L.A. Kings und direkt weiter zu den Arizona Coyotes, bevor eine Serie von sieben Heimspielen beginnt.

Flugzeug zweites Zuhause

Draisaitl wird viel Zeit im Flugzeug verbringen und die Reisestrapazen kennenlernen.

Der Sohn des früheren Nationalspielers Peter Draisaitl, an der dritten Position und damit so früh wie kein anderer Deutscher im Draft ausgewählt, wird damit klarkommen.

Das Wichtigste ist es in der NHL ohnehin, schon mal an Bord zu sein. Auch, wenn der Start nicht der gelungenste war.

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