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Tom Kühnhackl wurde 2010 von den Pittsburgh Penguins an der 110. Stelle im NHL-Draft ausgewählt © Imago

Pittsburgh und München - Nach langem Kampf durch die Farmligen etabliert sich Tom Kühnhackl als Arbeiter im Starensemble der Penguins und spielt als Rookie um den Stanley Cup. Der Papa ist stolz.

Als Tom Kühnhackl nach dem größten Erfolg seiner noch jungen NHL-Karriere von Superstar Sidney Crosby einen anerkennenden Klaps auf die Schulter bekam, war sein berühmter Vater daheim in Landshut den Freudentränen nah (Stanley Cup Finals, ab Di. LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

"Ich habe bis zum Schluss mitgezittert und bin sehr stolz auf ihn", sagte Erich Kühnhackl: "Wenn man weiß, was er für Rückschläge wegstecken musste und wie er sich dorthin gekämpft hat, dann freut man sich einfach nur für ihn."

Deutschlands Eishockeyspieler des Jahrhunderts saß auch in der Nacht zu Freitag am Fernseher und jubelte, als sein Sohn mit den Pittsburgh Penguins durch das 2:1 (0:0, 2:1, 0:0) im siebten und entscheidenden Playoff-Halbfinale gegen Tampa Bay Lightning in die Endspiele um den Stanley Cup einzog.

Kühnhackl kann Geschichte schreiben

Für Kühnhackl junior ein unglaubliches Erlebnis: "Es war sehr nervenaufreibend, so ein Spiel erlebt man nicht jeden Tag", sagte er nach dem Spiel in der Kabine: "Die Fans waren total verrückt."

Um sechs Uhr in der Früh skypten die beiden Kühnhackls miteinander. "Meinem Sohn hat man durchaus angemerkt, dass er gerade ins Finale eingezogen ist", verriet Kühnhackl senior. Bei der in der Nacht auf Dienstag beginnenden Finalserie gegen die San Jose Sharks will er seinen Filius aber direkt vor Ort unterstützen: "Wir werden es schon irgendwie hinbekommen, dass ich ein Ticket bekomme."

Während der Rekordtorschütze der deutschen Nationalmannschaft in seiner großen Karriere kein einziges NHL-Spiel bestritt, hat Kühnhackl junior gleich in seiner Premierensaison in der besten Eishockeyliga der Welt die Chance auf den ganz großen Coup.

Als erst dritter Deutscher nach Uwe Krupp (1996 und 2002) und Dennis Seidenberg (2011) kann der Stürmer den Stanley Cup gewinnen. Ins NHL-Finale hatten es zuvor auch Torhüter Olaf Kölzig sowie die Verteidiger Christian Ehrhoff und Christoph Schubert geschafft.

(Alles zum US-Sport auch am Mi., 23.30 Uhr im Free-TV auf SPORT1 in Inside US Sports)

Stanley Cup als "ultimatives Ziel"

Der Gewinn der begehrtesten Trophäe im Welteishockey sei "natürlich mein ultimatives Ziel", sagte Kühnhackl. Der 24-Jährige genießt nach sechs Jahren in Nordamerika, in denen ihn schwere Verletzungen immer wieder zurückwarfen, seine ungewohnte Glückssträhne: "Es ist abgefahren, es ist wie ein wahr gewordener Traum für mich."  

Für diesen Traum ist sich Kühnhackl auch nicht zu schade, die Drecksarbeit für Stars wie Crosby oder Jewgeni Malkin zu verrichten. Als Stürmer der vierten Reihe wird der Landshuter fast nur aufs Eis geschickt, um defensiv hart zu arbeiten und den anderen Angriffsreihen Zeit zum Luftholen zu verschaffen.

Glänzen dürfen andere, so wie Bryan Rust, der mit zwei Toren (22. und 31.) in Spiel sieben gegen Tampa Bay als Matchwinner gefeiert wurde.

Penguins-Stars abergläubisch

Kein Problem für "Schattenmann" Kühnhackl, zu Saisonbeginn spielte er noch in Pittsburghs Farmteam. Insgesamt musste er nach seinem Draft 2010 fast sechs Jahre warten, ehe ihm der neue Trainer Mike Sullivan im Januar endlich zum NHL-Debüt verhalf.

Seitdem hat er sich in der mit Stars gespickten Penguins-Mannschaft festgebissen. Bundestrainer Marco Sturm verfolgt mit Freude die Auftritte von Kühnhackl und dessen Kollegen. "Sie hauen derzeit alles weg", sagte der deutsche NHL-Rekordspieler: "Sie sind schwer zu stoppen."

Für ihren vierten Stanley-Cup-Triumph nach 1991, 1992 und 2009 vertrauen die Penguins aber nicht nur ihrer Qualität. Aus Aberglaube nahmen Kapitän Crosby und seine Assistenten Malkin und Chris Kunitz die Prince-of-Wales-Trophäe für den Gewinn der Eastern Conference in ihre Hände.

Für viele Profis bedeutet das Unglück, doch Crosby und Co. haben andere Erfahrungen gemacht: 2008 ließen sie die Finger vom Pokal - und verloren das Finale. Ein Jahr später berührten sie die Trophäe - und wurden am Ende Meister

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