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München - Tom Kühnhackl gewinnt als dritter Deutscher den Stanley Cup. Vor fünf Monaten schien ein solcher Ausgang für den Sohn von Legende Erich Kühnhackl weit entfernt.

Erich Kühnhackl nahm seinen Sohn Tom in den Arm und legte eine Hand auf den Stanley Cup.

Die begehrteste Eishockey-Trophäe der Welt trägt demnächst auch den berühmtesten deutschen Namen der Sportart. Stolz lächelte der Jahrhundertspieler in die Kameras und freute sich mit dem 24-Jährigen über das Happy End eines Märchens.

"Meine Gefühle spielen verrückt. Es ist unbeschreiblich, was in mir abgeht", sagte Tom Kühnhackl mit breitem Grinsen.

Der Landshuter hatte gerade im fernen Kalifornien mit den Pittsburgh Penguins Eishockey-Geschichte geschrieben: Mit dem 3:1-Sieg an der Seite des kanadischen Superstars Sidney Crosby im sechsten NHL-Finale bei den San Jose Sharks hatte er sich zum dritten deutschen Stanley-Cup-Sieger nach Uwe Krupp (1996 und 2002) und Dennis Seidenberg (2011) gekürt.

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Vater Erich Kühnhackl stolz

Als es daheim in Landshut gerade hell wurde, hielt Kühnhackl junior endlich den 124 Jahre alten Silberpokal in den Händen - erst nachdem alle seine Mitspieler ihn in die Höhe gestemmt hatten. Die Emotionen, die ihn übermannten, teilte er noch auf dem Eis mit seinem berühmten Vater.

"Für jeden, der Eishockey gespielt hat und Eishockey liebt, ist es der einzige Traum, dass er diesen Cup mal in den Händen halten kann", sagte der 65-Jährige, der selbst nie um die Trophäe gespielt hatte: "Und jetzt gewinnt ihn mein Sohn." In einigen Wochen wird der Rekordtorschütze der deutschen Nationalmannschaft den wichtigsten "Pott" seiner Sportart genau unter die Lupe nehmen und seinen Nachnamen darauf lesen können.

Erich Kühnhackl kann stolz auf seinen Sohn Tom sein
Erich Kühnhackl kann stolz auf seinen Sohn Tom sein © Getty Images

"Ich weiß nicht, wie es abläuft. Aber ich glaube, dass ihn jeder einen Tag kriegt", sagte Tom Kühnhackl und kündigte an: "Ich werde ihn auf jeden Fall nach Landshut bringen." Auf dem überdimensionalen Sockel wird dann auch sein Name eingraviert sein.

DEB-Boss Reindl spricht von "Traumkarriere"

In Kroatien freute sich Franz Reindl mit. "Sein Weg ist sensationell", sagte der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB): "Er hat eine Traumkarriere gemacht."

Noch vor fünf Monaten schien ein solcher Abschluss seiner sechsten Saison in Nordamerika für Tom Kühnhackl weit entfernt. Nach mehreren Verletzungen und schwierigen Phasen kämpfte er in der AHL bei Pittsburghs Farmteam in der Kleinstadt Wilkes-Barre mit schwindender Hoffnung um seine vielleicht letzte NHL-Chance, ehe ihm der neue Trainer Mike Sullivan am 9. Januar doch noch das Debüt in der besten Eishockey-Liga der Welt ermöglichte.

Zunächst nur als Ersatz für verletzte Leistungsträger hochgeholt, biss sich Kühnhackl fest und gehörte auch in den Playoffs zum wichtigen Bestandteil der Rotation.

Crosby zum MVP gewählt

Für das Spektakel sorgten zwar die hochbezahlten Stars wie Crosby, der mit sechs Toren und 13 Vorlagen als wertvollster Spieler der Meisterrunde ausgezeichnet wurde, oder Jewgeni Malkin. Kühnhackl spielte in der vierten Sturmreihe nur eine Nebenrolle und in den letzten Partien lediglich rund sieben Minuten im Schnitt.

Aber er erfüllte seine Aufgabe, die Topstürmer der Sharks aus dem Spiel zu nehmen und möglichst keine Gegentore zuzulassen.  

Sein Vater war mächtig stolz. "Er hat eine schwere Zeit hinter sich, war häufig verletzt und hat sich durchgekämpft", sagte Erich Kühnhackl: "Er ist seinen Weg gegangen und hat nie aufgegeben." Obwohl er noch nicht ein einziges Spiel für die Nationalmannschaft bestritt, habe er seiner Sportart einen großen Dienst erwiesen: "Jede positive Schagzeile tut dem Eishockey gut."

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